Eine Operation reduziert das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Prostatakrebs sogar für Gruppen mit geringem Risiko, so die Studie

Eine Operation reduziert das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Prostatakrebs sogar für Gruppen mit geringem Risiko, so die Studie
Eine Operation reduziert das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Prostatakrebs sogar für Gruppen mit geringem Risiko, so die Studie
Anonim

Ein schwedisches Forschungsteam, das teilweise aus Forschern der Universität Uppsala bestand, beobachtete 15 Jahre lang eine Gruppe von Prostatakrebspatienten in der nordischen Region. Die Studie ergab unter anderem, dass eine Operation das Risiko verringert, dass Männer mit Prostatakrebs (selbst solche mit Tumoren mit geringem Risiko) innerhalb von 15 Jahren sterben.

Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Die Forscher folgten schwedischen, finnischen und isländischen Prostatakrebspatienten.Bei 347 zufällig ausgewählten männlichen Patienten wurde eine radikale Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) durchgeführt, bei 348 weiteren wurde „watchful waiting“(sorgfältige Überwachung kombiniert mit Hormonbehandlung bei Krankheitsprogression) verfolgt. Die Männer waren durchschnittlich 65 Jahre alt, als Prostatakrebs diagnostiziert wurde.

Die Ergebnisse, die alle drei Jahre analysiert wurden, haben die Art und Weise, wie Patienten heute national und international behandelt werden, erheblich beeinflusst. Die Studie stellt die bisher einzige randomisierte Untersuchung dar, die zeigt, dass eine Operation das Sterblichkeitsrisiko durch Prostatakrebs senkt. Die Mehrheit der Männer hatte tastbare Tumore; 12 Prozent hatten nicht tastbare Tumore, die nur anhand von PSA (einem Marker für Prostatakrebs) identifiziert werden konnten.

Nach 15 Jahren waren 48 Prozent der Männer in der chirurgischen Gruppe gestorben, gegenüber 58 Prozent in der Watchful-Waiting-Gruppe. Von den Patienten in der chirurgischen Gruppe starben 16 Prozent an Prostatakrebs, gegenüber 23 Prozent in der Watchful-Waiting-Gruppe.Das Risiko, dass sich Krebs über die Prostata hinaus ausbreitet, war bei denjenigen, die operiert wurden, um 12 Prozent geringer.

Von der Operation profitierten vor allem jüngere Männer. Die Analyse nach Altersgruppen zeigte, dass Männer unter 65 Jahren am stärksten profitierten. Bei älteren Männern gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen der chirurgischen Gruppe und der Watchful-Waiting-Gruppe, vermutlich aufgrund der Tatsache, dass ältere Männer ein höheres Risiko haben, aufgrund anderer Krankheiten zu sterben, weshalb eine viel größere Studie erforderlich wäre um einen Unterschied zu zeigen.

Die Forscher untersuchten auch eine Gruppe von Männern mit Tumoren der am wenigsten aggressiven Art (eine Gruppe mit niedrigem Risiko), und selbst dort fanden sie Unterschiede in der Überlebensrate, je nachdem, ob eine Operation durchgeführt wurde. Die betreffende Niedrigrisikogruppe kann jedoch nicht vollständig mit derzeit definierten Niedrigrisikogruppen verglichen werden, und es werden bessere Marker benötigt, um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass Niedrigrisikotumoren eine aggressivere Form annehmen.

"Die Studie zeigt, dass eine Operation das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Prostatakrebs reduziert, sogar für Männer mit Tumoren mit geringem Risiko", sagt Anna Bill-Axelson, Chefärztin der Abteilung für chirurgische Wissenschaften an der Universität Uppsala. "Aber nicht jeder profitiert von einer Operation, daher müssen individuelle Risiken und potenzielle Gewinne auf der Grundlage von Alter, anderen Krankheiten, Tumortyp und Patientenpräferenzen bewertet werden."

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass chirurgische Patienten, deren Tumore über die Prostata hinausgewachsen waren, ein siebenmal höheres Risiko hatten, an Prostatakrebs zu sterben, als Patienten, deren Tumore auf die Prostata beschränkt waren. Die erstere Gruppe kann von einer adjuvanten Behandlung wie einer Strahlentherapie stark profitieren.

Die häufigsten Nebenwirkungen der chirurgischen Behandlung waren Impotenz und Inkontinenz. Mehr Patienten in der Watchful-Waiting-Gruppe benötigten nach einigen Jahren eine bessernde Behandlung aufgrund der Tumorprogression (Hormontherapie).Sowohl frühe Nebenwirkungen aufgrund einer Operation als auch späte Nebenwirkungen aufgrund besserer Behandlung beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten und müssen Teil der Gespräche mit Patienten über Behandlungsoptionen sein.

Die Studie mit der Bezeichnung "SPCG-4" (Scandinavian Prostate Cancer Group Study 4) wurde von der Swedish Cancer Society und in den letzten Jahren auch von den National Institutes of He alth in den USA finanziert.

In den USA wird derzeit eine große Studie ähnlich der SPCG-4-Studie durchgeführt, deren Ergebnisse in Kürze erwartet werden. Eine weitere große Studie, die chirurgische, strahlentherapeutische und abwartende Ergebnisse in Verbindung mit lokalisiertem Prostatakrebs vergleicht, ist in Großbritannien im Gange.

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