Kindern beibringen, Traumata zu verarbeiten

Kindern beibringen, Traumata zu verarbeiten
Kindern beibringen, Traumata zu verarbeiten
Anonim

Ein Kind, das mitten in politischen Konflikten wie Krieg oder Terrorismus aufwächst, kann schwere emotionale Narben aufweisen. Aber bestimmte Eigenschaften, die Psychologen "Resilienzfaktoren" nennen, können helfen, diese Widrigkeiten zu überwinden.

Prof. Michelle Slone von der Fakultät für Psychologie der Universität Tel Aviv hat nun ein Programm entwickelt, das Kindern helfen soll, diese Resilienzfaktoren zu entwickeln und die psychischen Behinderungen zu vermeiden, die durch Stress entstehen können. Ihre Methode – und ihre inspirierenden Ergebnisse – wurden kürzlich im Journal of Child Psychology and Psychiatry und im International Journal of Behavioral Development beschrieben.

Ein Unterrichtsplan für Resilienz

Weil Kinder überraschend widerstandsfähig sind, können sie traumatische Erfahrungen leichter überwinden als Erwachsene, wenn ihnen die richtigen Werkzeuge zur Verfügung stehen.

Prof. Slone untersuchte Kinder, die täglich Raketenangriffen aus Gaza oder anderen Formen politischer Gew alt ausgesetzt waren. Sie verglich Kinder, die besser angepasst zu sein schienen, mit denen, die ein schwereres psychologisches Trauma aufwiesen, und stellte fest, welche Eigenschaften den Unterschied ausmachten. Mit den Ergebnissen dieser Forschung entwickelte sie eine Reihe von Workshops, um jene Elemente zu verbessern, die Kindern helfen, mit dem Stress von Konflikten umzugehen.

Nach den Workshops waren die teilnehmenden Kinder besser in der Lage, vor Gleich altrigen aufzustehen und offen über ihre Ängste über den Konflikt zu sprechen, den sie erlebten, und mit der Gruppe zusammenzuarbeiten, um Strategien für den Umgang mit auftretenden Problemen zu entwickeln. Diese Übung verbesserte ihren psychologischen Heilungsprozess dramatisch, sagt sie.

Ein vierfacher Ansatz

Für ihre Workshops identifizierte Prof. Slone vier der wichtigsten Resilienzfaktoren: Mobilisierung angemessener Unterstützung; der traumatischen Erfahrung Bedeutung zuschreiben; Entwicklung von Selbstwirksamkeits- und Problemlösungsfähigkeiten; und Verbesserung des Selbstwertgefühls. Als nächstes entwickelte sie ein schulbasiertes Interventionsprogramm, um den Schülern zu helfen, die gewünschten Eigenschaften zu entwickeln und zu nutzen. Sie und ihre Forscherkollegen haben für jeden Faktor ein Arbeitsbuch erstellt, erklärt sie, und Schulungen mit Lehrern durchgeführt. In einem vier- bis sechswöchigen Workshop-Prozess wurden die Kinder durch eine Vielzahl von Aktivitäten geführt, die darauf abzielten, jede Qualität zu verbessern.

Durch die Analyse von Fragebögen, Interviews und Auswertungen vor und nach dem Workshop stellten Prof. Slone und ihre Forscherkollegen fest, dass die Schüler neben der Entwicklung des individuellen Resilienzfaktors, auf den sich jeder Workshop konzentrierte, weniger Angst und aggressives Verh alten zeigten. ein besseres Wohlbefinden und eine verbesserte soziale Interaktion und schulische Leistung.

Lehrer wie auch Studenten profitierten von den Workshops, sagt Prof. Slone. Vor der Einführung dieses Programms hatten Lehrer keine Möglichkeit, mit ihren Schülern über die beobachteten traumatischen Symptome zu sprechen. Lehrer berichteten, dass die Workshops ihre Fähigkeit verbesserten, ihren Schülern bei schwierigen Problemen zu helfen, und sogar die Klassen- und Schulmoral verbesserten.

Kindern auf der ganzen Welt helfen

Obwohl das Programm modifiziert werden müsste, um kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen, sagt Prof. Slone, könnten ähnliche Programme in internationalen Schulen eingeführt werden. Sie glaubt, dass ihre Workshops Lehrern die Werkzeuge geben, die sie brauchen, um mit ihren Schülern über schwierige Themen zu kommunizieren, und Kindern ermöglichen, die Traumata, denen sie möglicherweise ausgesetzt waren, psychologisch besser zu verarbeiten. Dies könnte Kindern helfen, mit den Auswirkungen von Ereignissen wie dem 11. September oder den Bombenanschlägen auf die Londoner U-Bahn umzugehen.

Der erste Schritt, erklärt Prof.Slone besteht darin, festzustellen, welche Resilienzfaktoren den Kindern in einer bestimmten Gesellschaft oder Kultur zugute kommen. Sobald diese Faktoren identifiziert sind, können die Workshops angepasst werden, um diese besonderen Faktoren zu fördern. „Diese Art der sekundären Intervention hat das Potenzial, bei einer Vielzahl von Traumata wirksam zu sein“, sagt sie. „Und es ist möglich, Resilienzfaktoren in großen Populationen von Kindern zu verbessern. Das sind Lektionen, die ein Leben lang anh alten können.“

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