Risikomarker für die Alzheimer-Krankheit’

Risikomarker für die Alzheimer-Krankheit’
Risikomarker für die Alzheimer-Krankheit’
Anonim

Risikomarker könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Dies sind mit Alzheimer in Verbindung stehende Substanzen, die in ungewöhnlich hohen oder ungewöhnlich niedrigen Mengen bei Patienten gefunden werden, die später die Krankheit entwickeln.

Associate Professor Oskar Hansson, verbunden mit der Lund University und dem Skåne University Hospital in Schweden, hat zwei solcher Risikomarker identifiziert. Er hat diese an Personen getestet, die sich in der Gedächtnisklinik des Krankenhauses behandeln ließen und eine „leichte kognitive Beeinträchtigung“aufwiesen – ein schlechteres Gedächtnis als normal für ihr Alter.

Von den 160 getesteten Probanden erkrankten 33 Prozent innerhalb von fünf Jahren an Alzheimer.16 Prozent entwickelten andere Formen der Demenz, während die restliche Hälfte auf dem Niveau der „leichten Vergesslichkeit“blieb. Die Risikomarker unterschieden recht deutlich zwischen später an Alzheimer erkrankten und nicht gefährdeten Personen.

"Der 'positive Zusammenhang' betrug 71 Prozent, was nicht ausreicht, um definitiv vorherzusagen, wer die Krankheit bekommen wird. Der 'negative Zusammenhang' hingegen betrug 94 Prozent, was bedeutet, dass er es ist vorherzusagen, wer aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erkranken wird", sagt Oskar Hansson.

Wer die Risikomarker nicht hat, hat also trotz eines schlechten Gedächtnisses kein hohes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Sie können diese beruhigende Nachricht erh alten und müssen nicht zu regelmäßigen Alzheimer-Untersuchungen zurückkehren.

Personen, die keine Risikomarker haben, können auch aus allen zukünftigen klinischen Studien mit neuen Alzheimer-Medikamenten ausgeschlossen werden.

"Die Studien sind einfacher und korrekter, wenn sie von Anfang an an der richtigen Patientengruppe durchgeführt werden, d.h.e. diejenigen, die wirklich in der Risikozone für die Alzheimer-Krankheit sind. Es ist auch ethisch vertretbarer, Patienten, die nicht gefährdet sind, nicht einzubeziehen. Sie haben durch das Medikament nichts zu gewinnen, aber möglicherweise etwas zu verlieren, wenn das Medikament Nebenwirkungen verursacht“, sagt Oskar Hansson.

Die Biomarker werden aus der Rückenmarksflüssigkeit durch eine in die untere Wirbelsäule eingeführte Nadel extrahiert. Dies ist nicht dasselbe wie ein Knochenmarktest, der ein viel umfangreicheres und unangenehmeres Verfahren ist.

Die Häufigkeit der Alzheimer-Krankheit nimmt weltweit rapide zu. In Schweden gibt es derzeit etwa 120 000 Menschen mit der Krankheit, aber die Zahl wird voraussichtlich im Einklang mit der alternden Bevölkerung steigen. Da Patienten sehr viel Pflege benötigen, verursachen Alzheimer und andere Formen der Demenz die Gesellschaft schätzungsweise so viel wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Schlaganfälle zusammen.

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