Fortschritte bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Parkinson’

Fortschritte bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Parkinson’
Fortschritte bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Parkinson’
Anonim

Die Nebenwirkungen der Standardmedikamente gegen die Parkinson-Krankheit beschäftigen Hirnforscher schon lange. Jetzt hat Daniella Rylander in einer kürzlich verteidigten Doktorarbeit an der Universität Lund neue Erkenntnisse vorgelegt, die Hoffnung auf wirksamere Medikamente für Patienten mit der Nervenzellkrankheit machen.

Die Neurowissenschaftlerin Daniella Rylander stellt in ihrer Dissertation zwei wichtige Erkenntnisse vor, die sich mit verschiedenen Stadien der Entwicklung der als Dyskinesie bekannten unkontrollierbaren ruckartigen Bewegungen befassen, die eine unerwünschte Wirkung der Behandlung mit dem Standardmedikament Levodopa sind.

Dr. Rylander hat zwei verschiedene Systeme im Gehirn untersucht, von denen angenommen wird, dass sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Nebenwirkungen spielen – Glutamat und Serotonin. Eine Überaktivierung von Glutamatsignalen, verursacht durch die Behandlung mit Levodopa, trägt wahrscheinlich zur Entwicklung von Dyskinesien bei. Die Forschung von Daniella Rylander konzentriert sich darauf, diese unerwünschte Überaktivierung zu blockieren.

"Die Rezeptorzellen haben verschiedene Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, wo das Glutamat aufgenommen wird, um die Zelle zu aktivieren. Ich habe versucht, diese Rezeptoren zu blockieren. Wenn wir den richtigen Kanal finden und ihn unterdrücken könnten, dann könnten wir das eine wirksamere Behandlung mit Levodopa ohne Nebenwirkungen zu bekommen. Das war schon immer mein Ziel", sagt Daniella Rylander.

Tests in Tiermodellen, darunter Ratten, haben sehr gute Ergebnisse für die neue Methode gezeigt. In der Studie wurde ein Medikament verwendet, das die Glutamat-Überaktivierung über den Glutamatrezeptor „mGluR5“blockiert. Dieses wurde zuvor an Menschen getestet und verschafft so einen Vorsprung in den zeitaufwändigen klinischen Studien, die erforderlich sind, bevor ein neues Medikament eingeführt werden kann.

Serotonin spielt auch bei der Entstehung von Dyskinesien bei Morbus Parkinson eine wichtige Rolle.

„Wir haben nun erstmals gezeigt, dass Personen, die besonders viele Ballaststoffe einer bestimmten Art auf ihren Serotoninzellen haben, auch ein höheres Risiko haben, nach einer Levodopa-Behandlung von Dyskinesien betroffen zu sein“, sagt Daniella Rylander.

Der neue Befund einer eindeutigen pathologischen Veränderung im Serotoninsystem kann nun genutzt werden, um die individuelle Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson besser abzustimmen.

Daniella Rylander, die Teil der Forschungsgruppe Basal Ganglia Pathophysiology Unit ist, verteidigte am 17. September 2010 ihre Doktorarbeit. Die Dissertation trägt den Titel Beteiligung nicht-dopaminerger Systeme an L-DOPA-induzierter Dyskinesie.

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