Besessenheit von Halsentzündungen bei Kindern: Forschung verbindet Zwangsstörungen mit häufigen Kinderkrankheiten

Besessenheit von Halsentzündungen bei Kindern: Forschung verbindet Zwangsstörungen mit häufigen Kinderkrankheiten
Besessenheit von Halsentzündungen bei Kindern: Forschung verbindet Zwangsstörungen mit häufigen Kinderkrankheiten
Anonim

Halsentzündung ist eine häufige Infektion bei Kindern und kann unbehandelt zu Problemen mit dem Herzen, den Gelenken oder dem Gehirn eines Kindes führen. Und wenn das Gehirn beteiligt ist, können motorische und geistige Funktionen beeinträchtigt werden, was zu Syndromen wie Aufmerksamkeitsdefizitstörung und Zwangsstörung (OCD) führt.

Während Wissenschaftler seit mehr als zwei Jahrzehnten über einen Zusammenhang zwischen Zwangsstörungen und Kinderinfektionen wie Streptokokken spekulieren, hat Prof.Daphna Joel und ihr Forscherteam am Institut für Psychologie der Universität Tel Aviv haben nun wissenschaftlich nachgewiesen, dass Streptokokken zu Hirnfunktionsstörungen und Zwangsstörungen führen können. Dr. Joel sagt, dass ihr Durchbruch zu neuen Medikamenten zur Behandlung von Zwangsstörungen führen und in Zukunft die psychiatrische Störung vollständig verhindern könnte.

Durchgeführt von dem Doktoranden Lior Brimberg und in Zusammenarbeit mit Prof. Madelaine W. Cunningham von der University of Oklahoma wurde die Forschung kürzlich auf dem 13. Kongress der European Federation of Neurological Societies in Florenz, Italien, vorgestellt voraussichtlich Anfang nächsten Jahres veröffentlicht.

Wie Streptokokken das Gehirn angreifen

"Es ist fast unmöglich zu zeigen, wie Streptokokken beim Menschen zu einer Zwangsstörung führen können – fast alle von uns, selbst sehr kleine Kinder, waren schon einmal dem Bakterium ausgesetzt", sagt Prof. Joel. "Aber die Kindheit scheint ein deutliches Zeitfenster für die Erkrankung zu bieten, um durch eine Streptokokkeninfektion Wurzeln zu schlagen", warnt sie.

In Zusammenarbeit mit dem weltweit führenden Spezialisten für Streptokokken-bedingte Herzkrankheiten, Prof. Cunningham,entwickelten die Forscher ein neues Tiermodell, um zu zeigen, wie sich die Streptokokken-Exposition auf das Gehirn und die Ableitungen auswirkt zu einer Reihe von körperlichen und seelischen Beschwerden.

Prof. Joel und Brimberg erstellten in ihrem Labor an der Universität Tel Aviv ein Tiermodell mit Ratten, die Streptokokken ausgesetzt waren. Beim Vergleich mit einer Streptokokken-freien Kontrollgruppe stellte Prof. Joel einen deutlichen Unterschied im Verh alten der Streptokokken-exponierten Tiere fest.

Zunächst entwickelten die Streptokokken-exponierten Ratten einen Streptokokken-Antikörper, der sich in ihrem Gehirn ablagerte und den Verdacht früherer Forscher bestätigte. Die Exponierten entwickelten auch Gleichgewichts- und Koordinationsschwierigkeiten sowie zwanghafte Verh altensweisen wie vermehrtes und wiederholtes Putzen.

Noch wichtiger ist, dass sie auch herausfanden, dass der Streptokokken-Antikörper sich selbst an Dopamin-D1- und -D2-Rezeptoren im Gehirn bindet. Dieser Befund steht im Einklang mit der Tatsache, dass eines der Hauptmedikamente zur Behandlung von Chorea Sydenham, einer mit Streptokokken assoziierten motorischen Störung, auf dieselben Dopamin-D2-Rezeptoren abzielt.

"Wir konnten zeigen, dass diese Antikörper an Rezeptoren im Gehirn binden und die Art und Weise verändern, wie bestimmte Neurotransmitter funktionieren, was zu Hirnfunktionsstörungen und motorischen und Verh altenssymptomen führt", sagt Prof. Joel.

Prävention vor der Heilung

Diese bahnbrechende Erkenntnis könnte zu neuen Diagnosemethoden der Krankheit führen und eine neue Plattform für Arzneimittelentwickler bieten, die eine Zwangsstörung behandeln oder heilen wollen.

Laut der American Academy of Child and Adolescent Psychiatry sind bis zu 2 % aller Kinder und Jugendlichen in den USA von Zwangsstörungen betroffen Stress und stören den Alltag.

Prof. Joel betont, wie wichtig es für Eltern ist, die Anzeichen einer Halsentzündung bemerken, sicherzustellen, dass ihre Kinder rechtzeitig mit den geeigneten Antibiotika behandelt werden.

Strep-induzierte Zwangsstörungen werden wahrscheinlich weiterhin ein großes Problem in den Entwicklungsländern sein, wo Streptokokken nicht angemessen behandelt werden, schlussfolgert sie.

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