Anorexia nervosa kann laut Studie potenziell schwere Augenschäden verursachen

Anorexia nervosa kann laut Studie potenziell schwere Augenschäden verursachen
Anorexia nervosa kann laut Studie potenziell schwere Augenschäden verursachen
Anonim

Die Essstörung Anorexia nervosa verursacht potenziell schwere Augenschäden, legt eine kleine Studie nahe, die online im British Journal of Ophthalmology veröffentlicht wurde.

In Industrieländern sind bis zu 3 % der wohlhabenden Frauen von Anorexia nervosa betroffen. Obwohl die Erkrankung zunehmend auch Männer betrifft, kommen auf einen Mann etwa 10 Frauen.

Anorexia nervosa ist die dritthäufigste chronische Erkrankung bei Frauen im Teenager alter, bis zu einer von zehn Frauen stirbt daran.

Forscher analysierten die Dicke der Makula und ihre elektrische Aktivität in beiden Augen von 13 Frauen mit Anorexia nervosa und 20 gleich altrigen gesunden Frauen.

Das Durchschnitts alter der Frauen betrug 28 Jahre. Frauen mit Anorexie hatten ihre Erkrankung im Durchschnitt seit 10 Jahren.

Die Makula liegt nahe der Mitte der Netzhaut am Augenhintergrund und ist für das feine, detaillierte zentrale Sehen und die Lichtverarbeitung verantwortlich.

Die Tests zur Bestimmung, wie gut die Augen feine Details, zentrales Sehen und Farben wahrnehmen, zeigten, dass es keine offensichtlichen Sehprobleme gab und dass die Augen bei beiden Frauengruppen normal funktionierten.

Aber die Analyse zeigte, dass die Makula und die sie versorgenden Nervenschichten (retinale Nervenfaserschicht) in den Augen der Frauen mit Anorexia nervosa signifikant dünner waren

Es gab auch eine signifikant geringere Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin (elektrische Aktivität) in den Augen der Frauen mit Anorexia nervosa. Die Dopamin-Neurotransmission ist ein Schlüsselelement für die Fähigkeit des Gehirns, visuelle Bilder zu verarbeiten.

Es schien sogar Unterschiede zwischen Frauen mit unterschiedlichen Magersuchtsmustern zu geben.

Die Fovea – eine kleine Grube mehr oder weniger in der Mitte der Makula, die reich an lichtempfindlichen Zapfenzellen (Photorezeptoren) ist – war bei den Frauen, die Essattacken und Ausscheidungen machten, dünner als bei den Frauen, die ihre Kalorienzufuhr einfach stark einschränkten Einnahme.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass noch nicht klar ist, ob Makulaverdünnung und verringerte Neurotransmitteraktivität die Anfangsstadien fortschreitender Erblindung sind oder ob diese Anzeichen wieder normal werden, sobald normale Essgewohnheiten wieder aufgenommen werden.

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