Starker Alkoholkonsum deutet auf eine Veränderung der normalen kognitiven Entwicklung bei Jugendlichen hin

Starker Alkoholkonsum deutet auf eine Veränderung der normalen kognitiven Entwicklung bei Jugendlichen hin
Starker Alkoholkonsum deutet auf eine Veränderung der normalen kognitiven Entwicklung bei Jugendlichen hin
Anonim

Alkohol wird für einen Heranwachsenden oft als Übergangsritus angesehen. Viele Teenager betrachten Alkohol (wie auch andere Drogen) als Tor zum Erwachsensein, sind sich aber oft glücklicherweise nicht bewusst, welche Schäden sie ihrem Körper zufügen können. Eine neue Studie über die Auswirkungen von übermäßigem Alkohol und anderen Drogen bei Jugendlichen hat gezeigt, dass sowohl übermäßiger Alkohol- als auch Marihuanakonsum schwerwiegende nachteilige Auswirkungen auf die geistige Entwicklung von Teenagern haben kann.

Die Ergebnisse werden in der Januarausgabe 2011 von Alcoholism: Clinical & Experimental Research veröffentlicht und sind derzeit bei Early View verfügbar.

"Die Auswirkungen von Alkohol- und Marihuanakonsum auf die Kognition bei Erwachsenen werden seit Jahrzehnten erforscht, finden aber erst jetzt bei Jugendlichen Beachtung", sagte Robert J. Thoma, ein klinischer Neuropsychologe und außerordentlicher Professor für Psychiatrie an der Medizinische Fakultät der Universität von New Mexico. „Sowohl Tiermodelle als auch Beobachtungsstudien am Menschen deuten darauf hin, dass Rauschtrinken während der Adoleszenz normale Entwicklungsprozesse in einer Weise verändert, die sich negativ auf das Lernen und die soziale Anpassung bis ins Erwachsenen alter auswirkt.“

Thoma fügte hinzu, dass der Frontallappen während der Entwicklung des jugendlichen Gehirns eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Urteilsvermögens, der sozialen Fähigkeiten und der Entscheidungsfindung spielt. "Starkes Trinken kann normale neurologische Entwicklungsprozesse stören, die die Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion während der Adoleszenz schärfen und schärfen, da Alkohol selektiv auf die Frontallappen abzielen kann."

Die Forscher untersuchten 19 Jugendliche, bei denen Drogenmissbrauch/-abhängigkeit diagnostiziert wurde, und 14 Personen mit einer Familiengeschichte von Drogenmissbrauch ohne Vorgeschichte eines persönlichen Konsums.Dies half den Forschern zusätzlich zu den 15 Personen in der Kontrollgruppe, die neurophysiologischen Veränderungen im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch zu analysieren.

Die Forscher entdeckten nach einer Reihe von psychologischen Tests an den Versuchsgruppen, dass sowohl der häufige Alkohol- als auch der Marihuanakonsum den jugendlichen Geist signifikant beeinflussten. Als die Trinkintensität zunahm, zeigten die Personen eine signifikante Abnahme der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktion (die mit der Planung und Auswahl geeigneter Aktionen auf der Grundlage eines selektiven Stimulus verbunden ist). Unterdessen war ein erhöhter Marihuanakonsum in beiden Gruppen auch stark mit einer Abnahme der Gedächtnisleistung verbunden.

"Es könnte sein, dass intensives Trinken während der Adoleszenz zu Verzögerungen oder unvollständiger Entwicklung von Frontalhirnregionen führt, was wiederum zu Problemen mit Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen führt", sagte Susan F. Tapert, Professorin für Psychiatrie an der VA San Diego He althcare System und der University of California San Diego.

Tapert bemerkte auch, dass ein Verzicht der Jugendlichen auf Alkohol helfen könnte, die verlorene Funktion in den Gehirnzellen wiederherzustellen, was eine gut etablierte Behandlung für alkoholinduzierte Hirntraumata bei Erwachsenen ist.

Thoma stimmte zu. "Die Wiederherstellung der Funktion mit Beendigung des Trinkens ist ein gut etablierter Befund bei Erwachsenen", sagte er. „Und es gibt Grund zu der Annahme, dass dies auch für Jugendliche gelten würde, die tendenziell widerstandsfähiger sind. Wenn Alkohol tatsächlich zu einer Verringerung der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktion führt, ist es wahrscheinlich, dass diese Auswirkungen mit Abstinenz oder zumindest einer Verringerung von Alkohol nachlassen trinken."

Aber diese Forschung ist nur der erste Schritt, um Kindern zu helfen, bei denen Drogenmissbrauchsstörungen diagnostiziert wurden. Thoma und sein Team planen, ihre Forschung fortzusetzen und festzustellen, ob die Auswirkungen auf das Gehirn dosisabhängig sind und ob ein moderater Alkoholkonsum daher eine Intervention erfordern würde.

"Wir hoffen auch, Studien entwerfen zu können, um komplexe Modelle zu testen, wie sich jugendlicher Drogenmissbrauch entwickelt und im Laufe der Zeit entweder anhält oder abnimmt.Die Entwicklung einer Substanzgebrauchsstörung beinh altet ein komplexes Zusammenspiel von kognitiven, verh altensbezogenen und genetischen Faktoren, die die Wissenschaft erst zu bestimmen beginnt."

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