Keine Form sehen, keine Form berühren, eine Form hören? Neue Art, die Welt zu „sehen“

Keine Form sehen, keine Form berühren, eine Form hören? Neue Art, die Welt zu „sehen“
Keine Form sehen, keine Form berühren, eine Form hören? Neue Art, die Welt zu „sehen“
Anonim

Wissenschaftler des Montreal Neurological Institute and Hospital - The Neuro, McGill University haben entdeckt, dass unser Gehirn die Fähigkeit besitzt, die Form eines Objekts einfach durch die Verarbeitung speziell codierter Geräusche ohne visuelle oder taktile Eingabe zu bestimmen. Diese neue Forschung gibt uns nicht nur Aufschluss über die Plastizität des Gehirns und wie es die Welt um uns herum wahrnimmt, sondern bietet auch wichtige neue Möglichkeiten, Blinden oder Sehbehinderten zu helfen.

Form ist eine inhärente Eigenschaft von Objekten, die sowohl sichtbar als auch fühlbar, aber nicht hörbar sind.Die Forscher von The Neuro stellten die Frage: „Können Formen künstlich durch Klang dargestellt werden?“„Die Tatsache, dass eine Klangeigenschaft wie die Frequenz zur Übermittlung von Forminformationen verwendet werden kann, legt nahe, dass die Form erh alten und zugänglich gemacht werden kann, solange die räumliche Beziehung systematisch codiert wird – selbst wenn das Medium, über das der Raum codiert wird ist in seiner physikalischen Natur nicht räumlich“, sagt Jung-Kyong Kim, Doktorand im Labor von Dr. Robert Zatorre bei The Neuro und leitender Forscher der Studie.

Mit anderen Worten, ähnlich wie unsere im Meer lebenden Delfin-Cousins, die die Echoortung verwenden, um ihre Umgebung zu erkunden, kann unser Gehirn darauf trainiert werden, Formen zu erkennen, die durch Geräusche dargestellt werden, und wir hoffen, dass Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen darin trainiert werden können, sie zu verwenden dies als Werkzeug. In der Studie wurden blind sehende Teilnehmer darauf trainiert, taktile räumliche Informationen anhand von Geräuschen zu erkennen, die von abstrakten Formen abgebildet wurden. Nach dem Training waren die Personen in der Lage, auditive Eingaben taktil wahrgenommenen Formen zuzuordnen und zeigten eine Verallgemeinerung auf neue auditiv-taktile oder Klang-Berührungs-Paarungen.

"Wir leben in einer Welt, in der wir Objekte anhand von Informationen wahrnehmen, die aus mehreren sensorischen Eingaben stammen", sagt Dr. Zatorre, Neurowissenschaftler bei The Neuro und Co-Direktor des International Laboratory for Brain Music and Sound Research. „Einerseits führt diese Organisation zu einzigartigen sinnesspezifischen Wahrnehmungen, wie etwa Farbe beim Sehen oder Tonhöhe beim Hören. Andererseits kann unser Wahrnehmungssystem Informationen integrieren, die über verschiedene Sinne hinweg vorhanden sind, und eine einheitliche Darstellung eines Objekts erzeugen. Wir können das nehmen ein multisensorisches Objekt als eine Einheit wahr, weil wir äquivalente Attribute oder Muster über verschiedene Sinne hinweg erkennen können." Neuroimaging-Studien haben Hirnareale identifiziert, die Informationen aus verschiedenen Sinnen integrieren – indem Eingaben von allen Sinnen kombiniert werden, um ein vollständiges und umfassendes Bild zu erstellen.

Die Ergebnisse der Neuro-Studie stärken die Hypothese, dass unsere Wahrnehmung eines kohärenten Objekts oder Ereignisses letztendlich auf einer abstrakten Ebene jenseits der sensorischen Eingabemodi erfolgt, in denen es präsentiert wird.Diese Forschung liefert wichtige neue Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn die Welt verarbeitet, sowie neue Möglichkeiten für Menschen mit eingeschränkten Sinnen.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Experimental Brain Research veröffentlicht. Die Forschung wurde durch Zuschüsse der Canadian Institutes of He alth Research und des Natural Sciences and Engineering Research Council of Canada unterstützt.

Beliebtes Thema