Chirurgie bei Säuglingen und Kleinkindern erhöht das neurologische Entwicklungsrisiko, so die Studie

Chirurgie bei Säuglingen und Kleinkindern erhöht das neurologische Entwicklungsrisiko, so die Studie
Chirurgie bei Säuglingen und Kleinkindern erhöht das neurologische Entwicklungsrisiko, so die Studie
Anonim

Wenn sich Kinder während einer Operation einer Anästhesie unterziehen, sind die langfristigen Auswirkungen, die Anästhetika auf das sich entwickelnde Gehirn haben, relativ unbekannt. Eine Studie, die auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Anesthesiologists vorgestellt wurde, bewertet den Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Anästhetika bei Kindern im Alter von 3 Jahren und jünger und ihrem Risiko für Entwicklungs- und Verh altensstörungen.

Die Studie des Columbia University College of Physicians and Surgeons gehört zu einer aktuellen Reihe von Wissenschaftlern, die herausfinden wollen, ob Untersuchungen an Tiermodellen, die Schäden am sich entwickelnden Gehirn durch häufig verwendete Anästhetika zeigen, ein klinisches Problem für Säuglinge und Kleinkinder darstellen die eine Anästhesie erh alten.

"Wir wissen nicht, wie viel des zusätzlichen Risikos für diese Erkrankungen auf Anästhesie und Operation zurückzuführen ist", sagte der Hauptautor der Studie, Charles DiMaggio, Ph.D., Associate Clinical Professor, Department of Anesthesiology, Columbia University. „Obwohl wir vermuten, dass Faktoren, die nichts mit Anästhesie und Operation zu tun haben, ebenfalls eine große Rolle bei einem erhöhten Risiko für Entwicklungs- und Verh altensstörungen spielen, ist es wichtig, die Rolle von Anästhetika zu bestimmen.“

Über die Studie

In dieser retrospektiven Kohortenstudie der Krankenakten von New York State Medicaid wurden 10.450 Kinder, die zwischen 1999 und 2005 geboren wurden, beobachtet. Insgesamt 304 Kinder ohne Vorgeschichte von Entwicklungsproblemen wurden aus verschiedenen Gründen vor dem Alter von drei Jahren operiert, während die restlichen 10.146 Kinder nicht operiert wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass bei 25 Prozent der operierten Kinder später Entwicklungs- und Verh altensstörungen diagnostiziert wurden, verglichen mit nur 9 Prozent der nicht operierten Kinder.

Nach Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Geburtskomplikationen und Geschlecht kamen die Forscher zu dem Schluss, dass eine Operation in einem frühen Alter das Risiko von Entwicklungsstörungen bei Kindern verdoppelt. Die Forscher kamen auch zu dem Schluss, dass Kinder, die Anästhetika ausgesetzt waren, mit größerer Wahrscheinlichkeit Entwicklungsverzögerungen haben.

"Obwohl diese Studie einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Anästhetika und neurologischen Entwicklungsproblemen festgestellt hat, bleiben die klinischen Beweise unklar und es gibt keinen Grund, Kinder von einer notwendigen Operation abzuh alten", erklärte Studienautorin Lena S. Sun, M.D., EM Papper Professor and Leiter der Abteilung für Kinderanästhesie an der Columbia University. „Unsere Ergebnisse unterstreichen jedoch die Notwendigkeit einer definitiveren, prospektiven klinischen Forschung zu den langfristigen Auswirkungen von Operationen und Anästhesien bei Kindern.“

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