Psychiatrische Erkrankungen vor der Operation verbunden mit leicht erhöhtem Sterberisiko danach, Studienergebnisse

Psychiatrische Erkrankungen vor der Operation verbunden mit leicht erhöhtem Sterberisiko danach, Studienergebnisse
Psychiatrische Erkrankungen vor der Operation verbunden mit leicht erhöhtem Sterberisiko danach, Studienergebnisse
Anonim

Personen mit gleichzeitig auftretenden psychiatrischen Erkrankungen, insbesondere Angstzuständen und Depressionen, scheinen laut einem Bericht in der Oktoberausgabe von Archives of Surgery, einem der JAMA/ Archiviert Zeitschriften.

Psychiatrische Erkrankungen treten zusammen mit körperlichen Beschwerden bei schätzungsweise 5 bis 40 Prozent der Krankenhauspatienten auf, so Hintergrundinformationen im Artikel.Eine psychiatrische Erkrankung ist unabhängig davon mit einem erhöhten Krankheits- und Todesrisiko verbunden. Frühere Studien zu diesen Erkrankungen beschränkten sich größtenteils auf Patienten, die aufgrund medizinischer Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, und nicht auf chirurgische Eingriffe.

Thad E. Abrams, M.D., M.S., vom Iowa City Veterans Affairs Medical Center und dem Carver College of Medicine der University of Iowa, Iowa City, und Kollegen untersuchten 35.539 chirurgische Patienten, die ab dem 2. Oktober auf Intensivstationen aufgenommen wurden. Januar 2003 bis 30. September 2006. Bei 8.922 (25,1 Prozent) der Patienten wurde eine bestehende psychiatrische Erkrankung festgestellt, darunter 5.500 (15,5 Prozent) mit Depressionen, 2.913 (8,2 Prozent) mit post- traumatische Belastungsstörung, 2.473 (7 Prozent) mit Angst, 793 (2,2 Prozent) mit bipolarer Störung und 621 (1,8 Prozent) mit Psychose.

Vor der Anpassung waren die 30-Tage-Sterblichkeitsraten bei Patienten mit und ohne psychiatrische Erkrankungen ähnlich (3,8 Prozent vs. 4 Prozent).Nachdem die Forscher jedoch andere Faktoren in ihren Analysen berücksichtigt hatten, waren die 30-Tage-Sterblichkeitsraten bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen höher.

In einzelnen Analysen war das Risiko, innerhalb von 30 Tagen zu sterben, mit Depressionen und Angstzuständen assoziiert, jedoch nicht mit anderen psychiatrischen Erkrankungen. Darüber hinaus waren die 30-Tage-Sterblichkeitsraten bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen höher bei Patienten, die sich Eingriffen am Atmungs- oder Verdauungssystem unterzogen, jedoch nicht Eingriffen, die das Kreislauf-, Nerven- oder Bewegungssystem betreffen.

"Es gibt mehrere mögliche Mechanismen, um diese Ergebnisse zu erklären", schreiben die Autoren. „Erstens weisen Studien darauf hin, dass sich Patienten mit Depressionen häufig nicht an medizinische Empfehlungen für zugrunde liegende Erkrankungen h alten. Es ist daher plausibel, dass solche unterbehandelten Erkrankungen die postoperative Versorgung und die Ergebnisse beeinträchtigen können. Zweitens können sich Patienten mit bestehender psychiatrischer Komorbidität eher einer Operation unterziehen durch einen minderwertigen Chirurgen oder Krankenhaus.Drittens kann eine vorbestehende psychiatrische Komorbidität als Indikator für einen höheren Schweregrad des Operationsrisikos dienen."

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Patienten mit einer psychiatrischen Erkrankung, die sich einer Operation unterziehen, größere Vorsicht geboten ist, stellen die Autoren fest. „Bis weitere Forschungsarbeiten abgeschlossen sind, empfehlen wir Chirurgen, die Patienten mit Angstzuständen oder Depressionen in der Anamnese betreuen, die frühzeitige Einbeziehung multidisziplinärer Teams zu suchen, um problematische Bereiche in perioperativen Pflegeprozessen zu identifizieren, insbesondere in Bezug auf Fragen der Kommunikation zwischen Chirurg und Patient und der Einh altung postoperativer chirurgische Empfehlungen."

Beliebtes Thema