Vier neue „Hotspots“für Psoriasis identifiziert: Entdeckung könnte bei der Entwicklung neuer Therapien helfen

Vier neue „Hotspots“für Psoriasis identifiziert: Entdeckung könnte bei der Entwicklung neuer Therapien helfen
Vier neue „Hotspots“für Psoriasis identifiziert: Entdeckung könnte bei der Entwicklung neuer Therapien helfen
Anonim

Wissenschaftler des Gesundheitssystems der Universität von Michigan und ihre Mitarbeiter haben vier neue DNA-"Hotspots" gefunden, die eines Tages als Wegweiser für neue Behandlungen von Psoriasis, einer der häufigsten Autoimmunerkrankungen des Landes, dienen könnten.

Die in Nature Genetics veröffentlichte Studie nutzt modernste Methoden, um die verborgenen genetischen Grundlagen der behindernden und entstellenden Krankheit zu untersuchen, und kartiert die noch unbekannten Gebiete der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis weiter.

Die Ergebnisse könnten zu neuen Wirkstoffzielen und maßgeschneiderten Behandlungen für die Hautkrankheit führen, sagt James T. Elder, M.D., Ph.D., der Kirk D. Wuepper-Professor für molekulargenetische Dermatologie und leitender Prüfarzt der Studie, zu der auch Forscher der Abteilung für Dermatologie und der School of Public He alth gehörten.

"Das ist heutzutage ein heißes Thema in der Genetik", sagt Elder. „Selbst wenn man alle bisher weltweit gefundenen Gene zusammenzählt, machen sie nur etwa 40 Prozent der genetischen Anfälligkeit für Psoriasis aus. Die Frage unter den Genetikern lautet weiterhin: ‚Wo ist die dunkle Materie?'"

Die neue Forschung baut auf früheren Arbeiten des U-M-Teams auf, dessen Entdeckungen dazu beigetragen haben, die erblichen Faktoren der Krankheit aufzudecken und Wissenschaftlern ein besseres Verständnis der Beziehung der Psoriasis zu anderen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn zu vermitteln. rheumatoide Arthritis und Lupus.

Bislang hat die Forschung weltweit 25 Gene mit Psoriasis in Verbindung gebracht, die eine starke erbliche Komponente hat. Einschließlich der neuen Entdeckungen war Elders Team daran beteiligt, mehr als die Hälfte davon zu finden.

Zwei der vier neuen Anfälligkeitsorte – oder „Hotspots“– standen in engem Zusammenhang mit Psoriasis-Arthritis, einer schmerzhaften und destruktiven Form der Arthritis, die etwa 1 von 4 Psoriasis-Patienten betrifft, sagt Elder.

Die rund 7,5 Millionen Amerikaner mit Psoriasis haben auch ein höheres Risiko, an den damit verbundenen Herz-Kreislauf-Problemen zu sterben.

Sobald ein vollständiger Katalog von Psoriasis-Genen identifiziert wurde, hoffen Wissenschaftler, ein "Psoriasis-Genprofil" erstellen zu können, das das eigene Risiko für die Entwicklung der Krankheit vorhersagen und den Weg für innovative Behandlungen ebnen kann. Gegenwärtige Behandlungen, einschließlich verschiedener Arten von Immunsuppressiva, sind nicht immer wirksam und können schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen – obwohl ein neues Medikament namens Stelara (Ustekinumab), das auf eines der von ihnen entdeckten Gene abzielt, den Patienten monatelang Linderung verschafft hat, Ältester sagt.

U-M-Professor für Biostatistik Goncalo R. Abecasis, D. Phil, war maßgeblich an der Entwicklung von Software und statistischen Methoden beteiligt, um mehr als 6 Millionen genetische Varianten von mehr als 4.000 Menschen zu analysieren.

"Es war eine ziemlich beängstigende Aufgabe", sagt Abecasis. "Wir haben uns die genetische Variation genauer angesehen als üblich, damit wir die Biologie hinter Psoriasis verstehen und bessere Medikamente entwickeln können."

Methodik: Die von U-M geleitete, multizentrische, internationale Studie analysierte Daten aus zwei kürzlich durchgeführten genomweiten Psoriasis-Assoziationsstudien mit mehr als 4.300 Personen mit und ohne Psoriasis-Erkrankung. Diese Ergebnisse wurden in einer dreistufigen Replikationsstudie mit mehr als 8.700 Personen weiterverfolgt. Die neu identifizierten Loci umfassen einen bei NOS2, einen bei FBXL19, einen in der Nähe von PSMA6-NFKBIA und einen in der Nähe von TRAF3IP2. U-M leitete die Forschung bei der Entdeckung von drei der Loci. Der TRAF3IP2-Lokus wurde in einem zweiten Artikel beschrieben, der in derselben Ausgabe von Nature Genetics veröffentlicht werden soll, in dem Elders Mitarbeiter von der Universität Kiel in Deutschland eine führende Rolle spielten.

Weitere Autoren: Philip E. Stuart, Rajan P. Nair, Trilokraj Tejasvi, Johann E.Gudjonsson, Jun Ding, Yun Li, Robert Ike, John J. Voorhees, Universität von Michigan; Eva Ellinghaus, Andre Franke, Universität Kiel, Deutschland; Stephan Weidinger, Bernadette Eberlein, Universität München, Deutschland; Christian Gieger, H. Erich Wichmann, Ludwig-Maximilians-Universität, Deutschland; Manfred Kunz, Universität zu Lübeck, Deutschland; Gerald G. Krueger, Universität von Utah; Anne M. Bowcock, Washington University in St. Louis; Ulrich Mrowietz, Michael Weichenthal, Universität Kiel, Deutschland; Henry W. Lim, Henry-Ford-Krankenhaus, Detroit; Proton Rahman, Memorial University (Kanada); Dafna D. Gladman, University of Toronto, Kanada.

Finanzierung: Die Forschung wurde durch Zuschüsse der National Institutes of He alth, des Ann Arbor Veterans Affairs Hospital, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Canadian Institutes of He alth Research unterstützt.

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