Warum sind Männer anfälliger für Alkoholismus? Es kann an ihrem Dopamin liegen

Warum sind Männer anfälliger für Alkoholismus? Es kann an ihrem Dopamin liegen
Warum sind Männer anfälliger für Alkoholismus? Es kann an ihrem Dopamin liegen
Anonim

Alkohol ist eine der am häufigsten missbrauchten Substanzen, und Männer entwickeln bis zu doppelt so häufig Alkoholismus wie Frauen. Bisher war die zugrunde liegende Biologie, die zu diesem Unterschied in der Anfälligkeit beiträgt, unklar.

Eine neue, in Biological Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, dass Dopamin ein wichtiger Faktor sein könnte.

Forscher aus Columbia und Yale untersuchten männliche und weibliche soziale Trinker im College-Alter in einem Labortest zum Alkoholkonsum. Nach dem Konsum eines alkoholischen oder alkoholfreien Getränks wurde jeder Teilnehmer einem speziellen Positronen-Emissions-Tomographie (PET)-Scan unterzogen, einem bildgebenden Verfahren, mit dem die Menge der alkoholinduzierten Dopaminfreisetzung gemessen werden kann.

Dopamin hat mehrere Funktionen im Gehirn, ist aber in diesem Zusammenhang wegen seiner angenehmen Wirkung wichtig, wenn es durch belohnende Erfahrungen wie Sex oder Drogen freigesetzt wird.

Trotz ähnlichem Alkoholkonsum hatten die Männer eine größere Dopaminfreisetzung als die Frauen. Diese Zunahme wurde im ventralen Striatum gefunden, einem Bereich im Gehirn, der stark mit Vergnügen, Verstärkung und Suchtbildung verbunden ist.

"Bei Männern hatte eine erhöhte Dopaminfreisetzung auch einen stärkeren Zusammenhang mit subjektiven positiven Auswirkungen einer Alkoholvergiftung", erklärte Dr. Nina Urban, korrespondierende Autorin dieser Studie. "Dies kann zu den anfänglich verstärkenden Eigenschaften von Alkohol und dem Risiko für die Bildung von Gewohnheiten beitragen."

Dr. Anissa Abi-Dargham, leitende Autorin dieses Projekts, stellt fest, dass „eine weitere wichtige Beobachtung aus dieser Studie der Rückgang der alkoholinduzierten Dopaminfreisetzung bei wiederholten starken Trinkepisoden ist.Dies kann eines der Kennzeichen für die Entwicklung von Toleranz oder den Übergang zur Gewohnheit sein."

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Fähigkeit von Alkohol, die Freisetzung von Dopamin zu stimulieren, eine wichtige und komplexe Rolle in Bezug auf seine belohnenden Wirkungen und die Missbrauchsneigung beim Menschen spielen kann. Diese Identifizierung eines neurochemischen In-vivo-Mechanismus, der helfen könnte, den Geschlechtsunterschied bei Alkoholismus zu erklären, ist ein spannender Schritt vorwärts in der Alkoholismusforschung.

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