Chirurgen beeinflussen, ob eine Frau eine Brustrekonstruktion bekommt

Chirurgen beeinflussen, ob eine Frau eine Brustrekonstruktion bekommt
Chirurgen beeinflussen, ob eine Frau eine Brustrekonstruktion bekommt
Anonim

Wenn Brustkrebschirurgen sich vor der Operation regelmäßig mit plastischen Chirurgen beraten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Rekonstruktion bei ihren Patientinnen höher, so eine neue Studie unter der Leitung von Forschern des Comprehensive Cancer Center der University of Michigan.

Wo eine Frau zur Brustkrebsbehandlung hingeht, kann sehr unterschiedlich sein – von kleinen Privatpraxen bis hin zu großen Krankenhäusern. Diese Entscheidung kann sich auf die Art der Versorgung auswirken, die eine Frau beim Wiederaufbau erhält.

"Die Brustrekonstruktion ist ein sehr komplexes Behandlungsthema, das viele Diskussionen erfordert.Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Diskussion sehr unterschiedlich sein kann, je nachdem, wo ein Patient die Erstbehandlung erhält“, sagt der Hauptautor der Studie, Steven J. Katz, M.D., M.P.H., Professor für Innere Medizin an der U-M Medical School und für Gesundheitsmanagement und -politik an der U-M Schule für öffentliche Gesundheit.

"Patienten mit ähnlichen Merkmalen oder Vorlieben können von verschiedenen Chirurgen eine andere Geschichte bekommen - und dies hängt weitgehend davon ab, ob ein plastischer Chirurg von Anfang an im Behandlungsentscheidungsteam ist. Plastische Chirurgen sind diejenigen mit der Expertise um die immer komplizierter werdenden Verfahrensmöglichkeiten zu erläutern", ergänzt Katz.

Ergebnisse der Studie erscheinen online in der Zeitschrift Medical Care und werden in der Oktober-Ausgabe veröffentlicht.

Forscher des Cancer Surveillance and Outcomes Research Team, einer multidisziplinären Zusammenarbeit von fünf Zentren im ganzen Land, befragten Brustkrebspatientinnen und ihre Chirurgen zu Behandlungsoptionen.

Sie fanden heraus, dass die Verwendung der Mastektomie gegenüber der brusterh altenden Lumpektomie je nach Chirurg kaum variierte. In erster Linie erhielten Frauen, die für eine Lumpektomie nicht in Frage kamen oder die eine Mastektomie bevorzugten, die aggressivere Operation. Dies unterstützt frühere Untersuchungen des CanSORT-Teams, die zeigen, dass Chirurgen im Allgemeinen konsistent in ihrer Herangehensweise an die Verwendung von Mastektomie sind.

Wiederaufbau ist eine andere Geschichte. Etwa ein Drittel der Frauen, die sich einer Mastektomie unterziehen, erh alten eine Brustrekonstruktion. Während es mehrere Gründe dafür gibt, warum eine Frau möglicherweise keine Rekonstruktion hat, fand diese Studie heraus, dass 31 Prozent der Variation ausschließlich darauf zurückzuführen sind, wie oft der Chirurg der Patientin vor der ersten Operation mit einem plastischen Chirurgen gesprochen hat.

"Dies ist eine zutiefst intime und wichtige Entscheidung, die Frauen treffen müssen. Sie sollte mit den richtigen Informationen über Rekonstruktionsoptionen in Absprache mit einem plastischen Chirurgen getroffen werden, der im Vorfeld in die Behandlungsplanung eingebunden ist", sagt Katz, co -Direktor des sozio-behavioralen Programms am U-M Comprehensive Cancer Center.

"Patienten sollten besonders darauf achten, ihren Chirurgen beim ersten Besuch über diese wichtige Behandlungsoption zu informieren."

Methodik:

Forscher befragten 1.780 Frauen, bei denen Brustkrebs in den Ballungsgebieten von Los Angeles und Detroit diagnostiziert wurde, und ordneten sie 291 Chirurgen zu. Die Patienten wurden aus dem Register für Überwachung, Epidemiologie und Endergebnisse identifiziert.

Brustkrebsstatistik:

209.060 Amerikaner werden in diesem Jahr mit Brustkrebs diagnostiziert und 40.230 werden an der Krankheit sterben, so die American Cancer Society.

Weitere Autoren:

Von U-M: Sarah T. Hawley, Ph.D., M.P.H.; Paul Abrahamse, M.A., Christopher R. Friese, R.N., Ph.D.; Amy K. Alderman, MD, MPH; Jennifer J. Griggs, MD, MPH; und Timothy P. Hofer, MD, M.Sc.; vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center: Monica Morrow, M.D.; von der University of Southern California: Ann Hamilton, Ph.D., MA; und von der Robert Wood Johnson Medical School: John J. Graff, Ph.D., M.S.

Finanzierung:

National Cancer Institute

Referenz: Medical Care, Vol. No. 48, Nr. 10, Oktober 2010, online veröffentlicht am 28. August 2010

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