Zehn Minuten könnten ein Drittel der Verkehrstoten verhindern, findet eine spanische Studie

Zehn Minuten könnten ein Drittel der Verkehrstoten verhindern, findet eine spanische Studie
Zehn Minuten könnten ein Drittel der Verkehrstoten verhindern, findet eine spanische Studie
Anonim

Spanische Forscher haben die Wahrscheinlichkeit, bei Verkehrsunfällen ums Leben zu kommen, anhand der Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte berechnet. Ihre Schlussfolgerungen sind eindeutig: Eine Verkürzung der Zeit zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der Rettungsdienste von 25 auf 15 Minuten würde das Todesrisiko um ein Drittel senken.

"Die durchschnittliche Wartezeit nach einem Unfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beträgt in Spanien 25 Minuten", sagt Rocío Sánchez-Mangas, Co-Autor der Studie und Forscher an der Autonomen Universität Madrid (UAM).

Ihre Forschung, die in der Zeitschrift Unfallanalyse und Prävention veröffentlicht wurde, basiert auf Informationen aus den Datenbankeinträgen der Generaldirektion Verkehr (DGT), die umfassende Informationen zu Unfällen enth alten, und einer anderen DGT-Studie vom Mai 2004 mit Informationen über den Zeitpunkt des Unfallgeschehens, die Notrufe und deren Eintreffen am Unfallort. Die Kombination dieser beiden Datenbanken ergab eine Stichprobe von 1.463 Unfällen, die sich auf spanischen Straßen ereignet haben.

Die Autoren schätzten die Todeswahrscheinlichkeit nach der Zeit, die für den Einsatz des Rettungsdienstes benötigt wird, und den besonderen Merkmalen der Opfer und der Unfälle selbst. Unter Berücksichtigung anderer Faktoren „ist eine Verkürzung der Wartezeit von 25 auf 15 Minuten mit einem Rückgang der Todesrate um ein Drittel verbunden, sowohl auf Autobahnen und Schnellstraßen als auch auf konventionellen Straßen“, behaupten die Autoren.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Beziehung zwischen der Todesrate und der Zeit, die für die Reaktion des Rettungsdienstes benötigt wird, auf verschiedenen Straßentypen unterschiedlich ist. Auf konventionellen Straßen war in den ersten 25 bis 30 Minuten ein zunehmender Zusammenhang zu beobachten – die Todesrate stieg entsprechend der Wartezeit an.

Dieses ansteigende Muster ist auch auf Autobahnen und Landstraßen zu sehen, allerdings war auch hier die Todesrate in den ersten Minuten nach dem Unfall relativ hoch, so dass sich ein U-förmiges Verhältnis von Tod zu Zeit ergibt Kurve.

Unglückliches Ende der Feiertage

Laut der DGT ist die Zahl der Verkehrstoten in Spanien trotz des Rückgangs in den letzten Jahren "weiterhin ein sehr bedeutendes Problem für die öffentliche Gesundheit". Die neuesten Daten der DGT zeigen, dass am letzten Augustwochenende, an dem die Spanier massenhaft aus ihren Ferien zurückkehren, 25 Menschen auf spanischen Straßen starben – 12 mehr als 2009.Verbesserte Infrastruktur und Medienkampagnen sowie Gesetzesänderungen wie das Punktelizenzsystem versuchen, dieses Problem in den Griff zu bekommen. „Allerdings wurde einem Faktor, der für die Verringerung der Zahl der Todesfälle entscheidend sein könnte, weniger Aufmerksamkeit geschenkt – der medizinischen Notfallversorgung“, betonen die Forscher.

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