Problem gefälschter Medikamente in Entwicklungsländern könnte gelöst werden, sagen Experten

Problem gefälschter Medikamente in Entwicklungsländern könnte gelöst werden, sagen Experten
Problem gefälschter Medikamente in Entwicklungsländern könnte gelöst werden, sagen Experten
Anonim

Die Fälschung von Arzneimitteln ist eine riesige Industrie mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Milliarden SEK. In Afrika ist die Lage äußerst ernst. Die Hälfte der dort verkauften Malaria-Medikamente könnte wirkungslos oder sogar schädlich sein. Es gibt derzeit keine gute Möglichkeit, gefälschte Medikamente zu identifizieren. Forscher aus Lund und Großbritannien haben nun jedoch eine Technik entwickelt, die die Situation lösen könnte.

In zwei Jahren hoffen die Forscher, einen Prototyp fertig zu haben. Es wird einer kleinen Aktentasche ähneln, in die ein Apotheker, Zollbeamter oder Pharmaagent eine Packung Tabletten legen kann, ohne die Packung öffnen zu müssen.Nach etwa einer Minute zeigt das Gerät an, ob das Medikament gefälscht ist oder nicht.

"Diese Technik hat eine Reihe von Vorteilen. Sie ist nicht nur zuverlässig, sondern auch einfach und kostengünstig, was eine Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz in Entwicklungsländern ist", kommentiert Andreas Jakobsson, Professor in Mathematischer Statistik an der Universität Lund und einer der Forscher des Projekts.

Die Technik hat ihren Ursprung in der Forschung, die die schwedischen und britischen Kollegen von Andreas Jakobsson normalerweise durchführen: Aufspüren von Bomben und Sprengstoff. Die Forscher wurden von HM Revenue and Customs im Vereinigten Königreich beauftragt, Sprengstoffe am Flughafen Heathrow aufzuspüren.

Die Forschung basiert auf einer Technik, die als Kernspinresonanz bekannt ist. Indem man einen Stoff Radiowellen aussetzt, ändert sich kurzzeitig der Spin der Atomkerne. Wenn der Funkimpuls beendet ist und die Resonanz wieder normal ist, wird ein schwaches Signal emittiert, das für jede Substanz einzigartig ist.So können die Forscher in der Regel herausfinden, welche chemischen Substanzen sich im Material verstecken.

Forscher wissen seit langem, dass mit dieser Technik auch gefälschte Medikamente aufgespürt werden können, aber sie ist dafür noch nicht weit genug entwickelt. Ein kürzlicher Durchbruch in der Arbeit der schwedisch-britischen Forschungsgruppe hat dies jedoch geändert. Jetzt können sie auch herausfinden, ob ein bestimmtes Medikament tatsächlich den Wirkstoff enthält, der auf der Verpackung angegeben ist.

"Die Signale, die von einer chemischen Substanz ausgehen, sind unglaublich schwach! Aber es ist uns gelungen, mathematische Algorithmen zu entwickeln, mit denen wir sie erfassen können. Wir haben es beispielsweise auch geschafft, Störungen durch Metalle herauszufiltern, die es sind häufig sowohl in Sprengstoffen als auch in der Schutzverpackung von Tabletten zu finden", erklärt Andreas Jakobsson.

Professor Jakobsson und sein schwedischer Kollege Erik Gudmundson sind für die mathematischen Berechnungen verantwortlich, während ihre Kollegen vom King's College London für die chemischen Experimente und die Entwicklung der Geräte verantwortlich sind.

Die Forscher wurden kürzlich vom Wellcome Trust finanziell unterstützt, um einen Prototyp zu entwickeln. Die schwedische Forschungsgruppe wird außerdem vom Schwedischen Forschungsrat und der Carl-Trygger-Stiftung finanziert.

Gefälschte Medikamente werden normalerweise in Fabriken in China und Indien hergestellt und von der Mafia und anderen kriminellen Organisationen verkauft. Bestenfalls enthält das Medikament nur harmlose Bindemittel. Manchmal fügen die Hersteller jedoch Rattengift oder andere billige, aber schädliche Substanzen hinzu, die sich leicht zu Tabletten formen lassen. Einige enth alten eine schwache Dosis des Wirkstoffs, was beispielsweise im Fall von Penicillin besonders schädlich sein kann, wenn es darauf ankommt, dass alle Bakterien abgetötet werden. Manche Produktfälschungen funktionieren, führen aber zu Einnahmeverlusten für Pharmaunternehmen.

Auch wenn das Problem in Entwicklungsländern am größten ist (in Indien sind schätzungsweise 15-20 Prozent aller Medikamente gefälscht), werden gefälschte Medikamente auch in Europa gefunden. Die meisten im Internet erhältlichen Medikamente sind gefälscht.

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