Studie zeigt erhöhtes Herzinfarktrisiko durch körperliche Anstrengung in der Höhe und bei niedrigen Temperaturen im Wintersporturlaub

Studie zeigt erhöhtes Herzinfarktrisiko durch körperliche Anstrengung in der Höhe und bei niedrigen Temperaturen im Wintersporturlaub
Studie zeigt erhöhtes Herzinfarktrisiko durch körperliche Anstrengung in der Höhe und bei niedrigen Temperaturen im Wintersporturlaub
Anonim

Eine Studie von Kardiologen der Medizinischen Universität Innsbruck hat das Myokardinfarktrisiko (Herzinfarkt) von Wintersporttouristen in den Tiroler Alpen untersucht. Die auf dem Kongress der European Society of Cardiology 2010 in Stockholm vorgestellte Studie zeigt, dass eine unzureichende Vorbereitung auf die erforderliche intensive körperliche Anstrengung in Verbindung mit den Auswirkungen von Höhe und niedrigen Temperaturen zu einer Zunahme von Herzinfarkten führt, insbesondere während der ersten beiden Tage Urlaub.

"Jedes Jahr besuchen Millionen von Touristen die Tiroler Alpen, um an einer Vielzahl von Wintersportarten teilzunehmen, die jeweils ein gewisses Unfall- und Verletzungsrisiko bergen", erklärt Dr. Bernhard Metzler, außerordentlicher Professor für Kardiologie an der Universität, und leitender Autor des Berichts. „Zuvor hatte sich gezeigt, dass der plötzliche Herztod sage und schreibe 40 Prozent aller Todesfälle bei Wintersporttouristen in den österreichischen Alpen ausmacht und dabei der akute Myokardinfarkt die Hauptursache ist. Uns interessierten vor allem die Charakteristika der Patienten mit Herzinfarktsymptomen in unsere Notaufnahme eingeliefert, um die Auslösemechanismen zu untersuchen und mit der Entwicklung von Präventionsstrategien zu beginnen."

Das Forschungsteam überprüfte Daten von über 1.500 Patienten, die zwischen 2006 und 2010 mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. 170 von ihnen – hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden – hatten während ihres Wintersporturlaubs einen Herzinfarkt erlitten, und diese Gruppe bildete die Grundlage der detaillierten Studie.Sie wurden befragt, um Hintergrundinformationen zum Aufenth alt, zu persönlichen Daten und zur Krankengeschichte sowie zu den Umständen zu erh alten, unter denen sie die ersten Symptome erlebten. Weitere Untersuchungen ergaben dann, ob diese Symptome bei körperlicher Aktivität auftraten.

Die Ergebnisse zeigten einen durchschnittlichen Aufenth alt von acht Tagen in den Tiroler Alpen. Interessanterweise trat die Mehrheit der akuten Herzinfarkte (ca. 56 Prozent) innerhalb der ersten zwei Tage nach Beginn intensiver körperlicher Betätigung auf, aber nur 19 Prozent hatten eine bekannte Herzerkrankung. Die Studie ergab auch, dass mehr als 50 Prozent der Patienten vor dem Urlaub körperlich weniger aktiv waren als von der European Society of Cardiology empfohlen. Die Höhe scheint ein wichtiger Faktor zu sein, wobei Herzinfarkte in einer mittleren Höhe von 1.350 Metern auftreten, verglichen mit einer mittleren Wohnhöhe von nur 170 Metern. Schließlich wiesen etwa 70 Prozent der Studienpopulation mindestens zwei der klassischen Risikofaktoren für Herzarterienerkrankungen auf, darunter Rauchen, Diabetes und Hypercholesterinämie.

Der Erstautor der Studie, Dr. Gert Klug, ebenfalls von der Medizinischen Universität Innsbruck, bietet folgende Erklärung an: „Die Tatsache, dass die meisten Infarkte in der sehr frühen Phase des Urlaubs passiert sind, deutet auf eine Kausalität hin Beziehung zwischen mangelnder Vorbereitung auf das intensive Regime körperlicher Anstrengung und Exposition in großen Höhen und niedrigen Umgebungstemperaturen. Aus früheren Studien ist bekannt, dass jeder dieser Faktoren einen akuten Myokardinfarkt auslösen kann."

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Touristen bei der Planung eines Wintersporturlaubs eine sorgfältige Vorbereitung mit regelmäßiger körperlicher Aktivität einh alten sollten. Sie empfehlen eine schrittweise Steigerung der körperlichen Aktivität am Urlaubsort, um das Herzinfarktrisiko zu senken. Dr. Klug schlussfolgert: „Eine Einschätzung der Risikofaktoren und eine individuelle Patientenaufklärung kann bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren sinnvoll sein, auch wenn keine Koronarstenosen bekannt sind. Prospektive Daten zu diesem Thema fehlen jedoch noch."

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