Zwei Köpfe sind besser als einer – mit dem richtigen Partner

Zwei Köpfe sind besser als einer – mit dem richtigen Partner
Zwei Köpfe sind besser als einer – mit dem richtigen Partner
Anonim

Im neuen Zeit alter der Koalitionsregierungen ist die Frage, ob zwei Köpfe besser sind als einer, aktueller denn je. In einer in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie zeigen Neurowissenschaftler des UCL (University College London) und der Universität Aarhus, Dänemark, dass zwei Köpfe besser sein können als einer – aber nur, wenn man den richtigen Partner hat.

Die Studie unter der Leitung von Professor Chris Frith vom Wellcome Trust Center for Neuroimaging an der UCL und Niels Bohr Professor an der Universität Aarhus ergab, dass zwei Köpfe besser waren als einer, aber nur, wenn beide Partner gleich kompetent waren und konnten ihre Meinungsverschiedenheiten frei diskutieren.

Als Individuen sind wir sehr gut darin, Informationen aus verschiedenen sensorischen Quellen zu kombinieren, um zu einem Urteil zu gelangen, das genauer ist als aus jeder Quelle allein. Durch die Kombination von Bild und Ton können wir beispielsweise die Geschwindigkeit eines sich nähernden Autos besser einschätzen. Aber was passiert, wenn zwei Menschen zusammenarbeiten? Können zwei Personen ihre sensorischen Informationen kombinieren?

"Wenn wir versuchen, Probleme zu lösen, stecken wir normalerweise unsere Köpfe in Teams zusammen und holen die Meinungen der anderen ein", sagt Dr. Bahador Bahrami, Hauptautor der Studie von der UCL. „Für unsere Studie wollten wir sehen, ob zwei Personen Informationen voneinander in einer schwierigen Urteilsaufgabe kombinieren können und wie sehr dies ihre Leistung verbessern würde.“

Freiwillige kamen paarweise ins Labor und wurden gebeten, ein sehr schwaches Signal zu erkennen, das auf einem Computerbildschirm angezeigt wurde. Wenn sie sich nicht darüber einig waren, wann das Signal aufgetreten ist, haben sie miteinander gesprochen, bis sie sich auf eine gemeinsame Entscheidung geeinigt haben.

Die Ergebnisse des ersten Experiments zeigten, dass gemeinsame Entscheidungen sogar besser waren als die Entscheidung des leistungsstärkeren Individuums - in diesem Fall waren zwei Köpfe definitiv besser als einer. Zwei weitere Experimente zeigten, dass diese Verbesserung entscheidend davon abhing, dass die Partner miteinander sprechen konnten. Nur gesagt zu bekommen, wer von ihnen Recht hatte, war nicht genug.

Die Forscher fanden jedoch heraus, dass in manchen Situationen zwei Köpfe schlimmer sein können als einer. In einem vierten Experiment erhielten Paare von Freiwilligen die gleiche Aufgabe; Einer der Teilnehmer wurde jedoch manchmal heimlich unfähig gemacht, indem ihm ein verrauschtes Bild gezeigt wurde, in dem das Signal viel schwieriger zu sehen war. In diesem Fall waren die gemeinsamen Entscheidungen schlechter als die Entscheidungen des leistungsstärkeren Partners – mit anderen Worten, das Paar wäre besser dran gewesen, wenn die Meinung des inkompetenten Partners ignoriert worden wäre.

„Wenn zwei Menschen zusammenarbeiten, um ihre Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren, sind zwei Köpfe besser als einer“, erklärt Professor Frith.„Aber wenn eine Person mit fehlerhaften Informationen arbeitet – oder vielleicht in ihrem Job weniger fähig ist – dann kann sich das sehr negativ auf das Ergebnis auswirken. Um erfolgreich zusammenarbeiten zu können, müssen wir wissen, wie kompetent wir sind. Gemeinsame Entscheidungen arbeite nicht, wenn ein Teammitglied inkompetent ist, es aber nicht weiß.

"Wir wissen nur allzu gut um die katastrophalen Folgen der Konsultation von 'Beweisen' unbekannter Zuverlässigkeit bei so unterschiedlichen Problemen wie der Existenz von Massenvernichtungswaffen und der Möglichkeit risikofreier Investitionen."

Die Forschung wurde vom MindBridge-Projekt der Europäischen Union, der Danish National Research Foundation, dem Danish Research Council for Culture and Communication, der Gatsby Charitable Foundation und dem Wellcome Trust unterstützt.

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