Medizin kommt mit Hilfe von Magneten ans Ziel

Medizin kommt mit Hilfe von Magneten ans Ziel
Medizin kommt mit Hilfe von Magneten ans Ziel
Anonim

Wenn ein Medikament an die richtige Stelle im Körper geleitet werden kann, ist die Behandlung effektiver und es treten weniger Nebenwirkungen auf. Forscher der Universität Lund in Schweden haben nun magnetische Nanopartikel entwickelt, die auf metallische Implantate wie künstliche Kniegelenke, Hüftgelenke und Stents in den Koronararterien gelenkt werden können.

Assoziierte Professorin Maria Kempe, ihr Bruder und Kollege Dr. Henrik Kempe und Mitarbeiter des Universitätsklinikums Skåne haben in Tierversuchen gezeigt, dass das Prinzip funktioniert. Es ist ihnen gelungen, ein Gerinnsel auflösendes Medikament an den Nanopartikeln zu befestigen und die Partikel mit Hilfe von Magneten zu einem Blutgerinnsel in einem Stent im Herzen zu lenken, um es aufzulösen.So konnten die Nanopartikel einen beginnenden Herzinfarkt stoppen.

Ein Stent ist ein röhrenförmiges Metallnetz, das zur Behandlung von Verengungen der Koronararterien verwendet wird. Zuerst wird die Arterie mit einem Ballonkatheter erweitert, dann wird ein Stent eingesetzt, um die Arterie offen zu h alten. Allerdings ist die Methode nicht unproblematisch: Je nach Art des eingesetzten Stents können die Zellen der Arterienwand wachsen und die Arterie erneut verstopfen oder es kann sich ein Blutgerinnsel im Stent bilden.

In den Experimenten der Lund-Forscher waren die Nanopartikel mit einem Medikament beschichtet, das zur Behandlung von Blutgerinnseln eingesetzt wird. Die Partikel könnten auch andere Medikamente tragen, z. Medikamente, die das Zellwachstum stoppen, das eine Arterie verengt.

"Sie könnten auch Antibiotika tragen, um eine Infektion zu behandeln, die nach dem Einsetzen eines Implantats entstanden ist. Wir haben Polymermaterialien entwickelt, die mit Antibiotika beladen werden können - diese könnten in diesem Zusammenhang interessante Ergebnisse liefern", sagt Maria Kempe.

Medikamentenbeladene magnetische Partikel mithilfe eines Magneten außerhalb des Körpers zu führen, ist keine neue Idee. Bisherige Versuche scheiterten jedoch aus verschiedenen Gründen: Es war nur möglich, das oberflächliche Gewebe des Körpers zu erreichen, und die Partikel haben oft die kleinsten Blutgefäße verstopft.

Der Versuch der Lund-Forscher war teilweise erfolgreich, weil die Nanotechnologie die Partikel winzig genug gemacht hat, um durch die kleinsten Arterien zu gelangen, und teilweise, weil das Ziel ein metallischer Stent war. Wenn der Stent in einem Magnetfeld platziert wird, wird die Magnetkraft ausreichend stark, um die magnetischen Nanopartikel anzuziehen. Damit die Methode funktioniert, muss der Patient also ein Implantat haben, das ein magnetisches Metall enthält.

"Es dauert viele Jahre, eine Behandlungsmethode zu entwickeln, die am Patienten angewendet werden kann. Aber die guten ersten Ergebnisse machen uns hoffnungsvoll", sagt Maria Kempe.

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