Die Welt mit neuen Augen sehen: Biosynthetische Hornhäute stellen das Sehvermögen des Menschen wieder her

Die Welt mit neuen Augen sehen: Biosynthetische Hornhäute stellen das Sehvermögen des Menschen wieder her
Die Welt mit neuen Augen sehen: Biosynthetische Hornhäute stellen das Sehvermögen des Menschen wieder her
Anonim

Eine neue Studie von Forschern in Kanada und Schweden hat gezeigt, dass biosynthetische Hornhäute helfen können, beschädigtes Augengewebe zu regenerieren und zu reparieren und das Sehvermögen beim Menschen zu verbessern. Die Ergebnisse einer klinischen Studie in der Frühphase mit 10 Patienten wurden in der Ausgabe von Science Translational Medicine vom 25. August 2010 veröffentlicht.

"Diese Studie ist wichtig, weil sie die erste ist, die zeigt, dass sich eine künstlich hergestellte Hornhaut in das menschliche Auge integrieren und die Regeneration stimulieren kann", sagte Seniorautor Dr.May Griffith vom Ottawa Hospital Research Institute, der University of Ottawa und der Linköping University. „Mit weiterer Forschung könnte dieser Ansatz dazu beitragen, Millionen von Menschen, die auf eine gespendete menschliche Hornhaut zur Transplantation warten, das Augenlicht zurückzugeben.“

Die Hornhaut ist eine dünne transparente Schicht aus Kollagen und Zellen, die als Fenster zum Augapfel fungiert. Es muss vollständig transparent sein, damit das Licht eindringen kann, und es hilft auch beim Fokussieren. Erkrankungen, die zu einer Eintrübung der Hornhaut führen, sind weltweit die häufigste Erblindungsursache. Vor mehr als einem Jahrzehnt begannen Dr. Griffith und ihre Kollegen in Ottawa, Kanada, mit der Entwicklung biosynthetischer Hornhäute unter Verwendung von Kollagen, das im Labor hergestellt und in die Form einer Hornhaut geformt wurde. Nach umfangreichen Labortests begann Dr. Griffith mit Dr. Per Fagerholm, einem Augenchirurgen an der Universität Linköping in Schweden, zusammenzuarbeiten, um die erste menschliche Erfahrung mit der biosynthetischen Hornhautimplantation bereitzustellen.

Gemeinsam initiierten sie eine klinische Studie bei 10 schwedischen Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus oder zentraler Hornhautvernarbung. Jeder Patient wurde an einem Auge operiert, um beschädigtes Hornhautgewebe zu entfernen und es durch die biosynthetische Hornhaut zu ersetzen, die aus synthetisch vernetztem rekombinantem menschlichem Kollagen hergestellt wurde. Über zwei Jahre hinweg beobachteten die Forscher, dass Zellen und Nerven aus der eigenen Hornhaut des Patienten in das Implantat eingewachsen waren, was zu einer "regenerierten" Hornhaut führte, die normalem, gesundem Gewebe ähnelte. Die Patienten zeigten keine Abstoßungsreaktionen oder benötigten eine langfristige Immunsuppression, was schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Verwendung von menschlichem Spendergewebe sind. Die biosynthetischen Hornhäute wurden auch berührungsempfindlich und begannen, normale Tränen zu produzieren, um das Auge mit Sauerstoff zu versorgen. Das Sehvermögen verbesserte sich bei sechs der zehn Patienten, und nach dem Anpassen der Kontaktlinsen war das Sehvermögen vergleichbar mit einer herkömmlichen Hornhauttransplantation mit menschlichem Spendergewebe.

"Wir sind sehr ermutigt von diesen Ergebnissen und dem großen Potenzial biosynthetischer Hornhäute", sagte Dr. Fagerholm. "Weitere Verbesserungen des Biomaterials und Modifikationen der Operationstechnik sind im Gange, und neue Studien sind geplant, die die Verwendung der biosynthetischen Hornhaut auf ein breiteres Spektrum von Sehstörungen ausdehnen werden, die eine Transplantation erfordern."

Dr. May Griffith ist leitende Wissenschaftlerin am Ottawa Hospital Research Institute, Professorin an der Universität Ottawa (Fakultät für Medizin) und Professorin für Regenerative Medizin sowie Direktorin des Zentrums für Integrative Regenerative Medizin an der Universität Linköping. Dr. Per Fagerholm ist Professor für Augenheilkunde an der Universität Linköping. Dr. Neil Lagali ist Senior Lecturer an der Universität Linköping. Andere Autoren sind in der Arbeit aufgeführt.

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