Früherkennung von degenerativen Hirnerkrankungen: Die Magnetresonanzspektroskopie kann bei Patienten ohne eindeutige Symptome zwischen neurologischen Erkrankungen unterscheiden

Früherkennung von degenerativen Hirnerkrankungen: Die Magnetresonanzspektroskopie kann bei Patienten ohne eindeutige Symptome zwischen neurologischen Erkrankungen unterscheiden
Früherkennung von degenerativen Hirnerkrankungen: Die Magnetresonanzspektroskopie kann bei Patienten ohne eindeutige Symptome zwischen neurologischen Erkrankungen unterscheiden
Anonim

Ein Team amerikanischer Wissenschaftler behauptet, dass eine neue Testmethode für neurologische Erkrankungen Ärzten eine schnelle und nicht-invasive Methode zur Diagnose degenerativer Erkrankungen bieten könnte. Die im Journal of Comparative Neurology veröffentlichte Studie zeigt, dass die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) zwischen verschiedenen Störungen bei Patienten unterscheiden kann, was eine frühere Diagnose ermöglicht.

Die Diagnose neurologischer degenerativer Erkrankungen wie der Huntington-Krankheit bleibt eine schwierige klinische Aufgabe, und während Tests wie die Magnetresonanztomographie (MRT) den Verlust von Hirngewebe aufdecken können, konnten bisher keine diagnostischen Testmethoden helfen, zwischen der Alzheimer-Krankheit zu unterscheiden, Huntington-Krankheit oder Parkinson-Krankheit zuverlässig.

"Wir entdeckten, dass MRS Gehirnpathologien in Modellmäusen der Huntington-Krankheit zuverlässig identifizieren kann, indem 17 verschiedene Gehirnmetaboliten gleichzeitig gemessen werden", sagte Projektleiter Dr. Jason B. Nikas von der University of Minnesota. „Wenn diese Technologie auf den Menschen ausgeweitet und auf eine Reihe von neurologischen Erkrankungen angewendet wird, könnte sie potenziell diagnostische Informationen liefern, um mit MR-Scannern der aktuellen Generation schnell und nicht-invasiv verschiedene Ursachen von Demenz und anderen Formen neurologischer Erkrankungen zu unterscheiden.“

MRI und MRS arbeiten beide, indem sie ein magnetisches Feld an ein biologisches Gewebe anlegen und es dann mit einem Hochfrequenzsignal (RF) stören. Bestimmte Arten von Atomen im Gewebe geben eine Reaktion, die extern erkannt werden kann.

MRI basiert auf der Reaktion von Wasserstoffatomen in Wassermolekülen im Gewebe, MRS kann jedoch die Menge komplexer biologischer Moleküle im Gewebe quantifizieren.

Nikas und Kollegen maßen die Mengen von 17 verschiedenen biochemischen Substanzen im Gehirn von Mäusen und fanden heraus, dass die Huntington-Mutation „R6/2“eine charakteristische Veränderung in den Konzentrationen dieser Substanzen verursachte. Dadurch konnte das Team durch nicht-invasives MRS in 100 % der Fälle erfolgreich identifizieren, welche Mäuse die Mutation aufwiesen.

Diese Methode hat enorme Auswirkungen sowohl auf die Neurowissenschaften als auch auf die klinische Neurologie. Bei Patienten mit schwer zu diagnostizierenden klinischen Syndromen, wie z. B. der Ursache einer Demenzerkrankung, kann MRS möglicherweise charakteristische „MR-Fingerabdrücke“bestimmter Krankheiten identifizieren, was zu einer schnellen, nicht-invasiven Diagnose führt.

"Das nicht-invasive Scannen von Tieren durch MRS könnte bei der Überwachung verschiedener Interventionen bei Mäusen mit genetischen Störungen nützlich sein", schloss Nikas.„Es könnte jedoch noch wertvoller sein, um Menschen zu identifizieren, die asymptomatisch waren, aber die MRS-Signatur einer bestimmten Krankheit zeigten, die sie Jahre später entwickeln könnten; außerdem könnte es sehr wertvoll sein, um das Fortschreiten der Krankheit und/oder die Wirksamkeit zu beurteilen einer angewandten medizinischen Behandlung."

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