Oxytocin macht Menschen vertrauensvoll, aber nicht leichtgläubig, so die Studie

Oxytocin macht Menschen vertrauensvoll, aber nicht leichtgläubig, so die Studie
Oxytocin macht Menschen vertrauensvoll, aber nicht leichtgläubig, so die Studie
Anonim

Oxytocin (OT) ist ein Hormon, das eine wichtige Rolle im Sozialverh alten spielt – es hat sogar den Spitznamen „das Liebeshormon“und „flüssiges Vertrauen“. Erhöhte OT-Werte wurden mit größerer Fürsorge, Großzügigkeit und Vertrauen in Verbindung gebracht. Aber erhöht OT das Vertrauen der Menschen in irgendjemanden oder handelt es selektiver?

Die Psychologin Moïra Mikolajczak von der Université catholique de Louvain (Belgien) und ihre Kollegen untersuchten, wie uns das Vertrauen in OT beeinflussen kann. In diesem Experiment erhielten Freiwillige entweder ein Placebo oder ein OT-Nasenspray. Dann spielten sie ein Vertrauensspiel, bei dem sie einen bestimmten Geldbetrag erhielten, den sie mit einem Partner teilen konnten (jeder mit dem Partner geteilte Betrag würde sich dann verdreifachen).Der Partner entscheidet dann, was er mit dem Geld macht – er kann alles für sich beh alten oder den Betrag mit dem Geber teilen. Wenn der Freiwillige vertrauensvoll ist, wird er mehr Geld mit seinem Partner teilen (in der Hoffnung, dass er etwas davon zurückbekommt) als Freiwillige, die nicht so vertrauensvoll sind. Die Teilnehmer spielten das Vertrauensspiel gegen einen Computer und virtuelle Partner (die sich angeblich in einem anderen Raum befanden), von denen einige zuverlässig schienen (sie schienen wahrscheinlich das Geld mit den Teilnehmern zu teilen) und einige unzuverlässig schienen (sie schienen wahrscheinlich zu bleiben das Geld für sich selbst).

Die Ergebnisse, über die in Psychological Science, einer Zeitschrift der Association for Psychological Science, berichtet wurde, zeigten, dass Freiwillige, die das OT-Nasenspray erhielten, dem Computer und den zuverlässigen Partnern mehr vertrauten – das heißt, sie boten mehr Geld an den Computer und den zuverlässigen Partner als Freiwillige, die das Placebo-Nasenspray erhielten. OT hatte jedoch keine Wirkung, wenn es darum ging, mit einem scheinbar unzuverlässigen Partner zu teilen – die Freiwilligen waren gegenüber einem potenziell unzuverlässigen Partner nicht großzügig, unabhängig davon, welches Nasenspray sie erhielten.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass OT Vertrauen fördert, aber nicht Leichtgläubigkeit: OT kann Menschen vertrauensvoller machen, aber nur in bestimmten Situationen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass „Oxytocin nicht das magische ‚Vertrauenselixier‘ist, das in den Nachrichten, im Internet oder sogar von einigen einflussreichen Forschern beschrieben wird.“

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