Streubombe für die Krebsbehandlung: Nano-Vehikel liefert Chemotherapie-Behandlungen zielgerichtet

Streubombe für die Krebsbehandlung: Nano-Vehikel liefert Chemotherapie-Behandlungen zielgerichtet
Streubombe für die Krebsbehandlung: Nano-Vehikel liefert Chemotherapie-Behandlungen zielgerichtet
Anonim

Chemotherapie ist zwar eine wirksame Krebsbehandlung, bringt aber auch schwächende Nebenwirkungen wie Übelkeit, Lebertoxizität und ein angeschlagenes Immunsystem mit sich.

Jetzt wurde von Dr. Dan Peer von der Abteilung für Zellforschung und Immunologie der Universität Tel Aviv und der Center for Nano Science and Nano Technology gemeinsam mit Prof. Rimona Margalit vom Departement Biochemie und Molekularbiologie.

Dr. Peer und Margalit haben ein Vehikel in Nanogröße entwickelt, das in der Lage ist, Chemotherapeutika direkt in Krebszellen zu transportieren und gleichzeitig die Wechselwirkung mit gesunden Zellen zu vermeiden, wodurch die Effizienz der chemotherapeutischen Behandlung erhöht und gleichzeitig ihre Nebenwirkungen reduziert werden.

"Das Fahrzeug ist einer Streubombe sehr ähnlich", erklärt Dr. Peer. Im Inneren des Nano-Vehikels selbst befinden sich winzige Partikel von Chemotherapeutika. Wenn das Transportvehikel mit Krebszellen in Kontakt kommt, setzt es die chemotherapeutische Nutzlast direkt in die Zelle frei. Laut Dr. Peer kann das nanomedizinische Gerät zur Behandlung vieler verschiedener Krebsarten eingesetzt werden, darunter Lungen-, Blut-, Dickdarm-, Brust-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- und sogar mehrere Arten von Hirntumoren.

Ihr technologischer Durchbruch wurde kürzlich in der Zeitschrift Biomaterials berichtet.

Eine süße Nutzlast, um Krebs auszutricksen

Der Schlüssel zur Wirkstofffreisetzungsplattform ist das Molekül, das verwendet wird, um die äußere Beschichtung dieses Cluster-Nanovehikels zu erzeugen, ein Zucker, der von Rezeptoren auf vielen Arten von Krebszellen erkannt wird.„Wenn das Nanovehikel mit dem Rezeptor auf der Krebszelle interagiert, erfährt der Rezeptor eine strukturelle Veränderung und die Nutzlast der Chemotherapie wird direkt in die Krebszelle freigesetzt“, sagt Dr. Peer, was zu einer gezielteren chemotherapeutischen Behandlung der erkrankten Zellen führt.

Da das Nano-Vehikel nur auf Krebszellen reagiert, bleiben die gesunden Zellen, die es umgeben, von der Therapie unberührt und unbeeinflusst. Das Nano-Vehikel selbst, fügt Dr. Peer hinzu, besteht aus organischen Materialien, die sich im Körper vollständig zersetzen, sobald es seine Funktion erfüllt hat, wodurch die Behandlung sicherer als derzeitige Therapien wird.

Klinische Studien folgen in Kürze

Dieses Medikament wird eine Verbesserung gegenüber allem sein, was derzeit auf dem Markt ist, sagt Dr. Peer. Die Verabreichung von Chemotherapeutika direkt in die Krebszellen selbst ist nicht nur wirksamer, sondern auch viel sicherer.

Dr. Peer und Margalit arbeiten mit ORUUS Pharma in Kalifornien zusammen, das die „Streubomben“-Plattform von der Universität lizenziert hat und einen schnellen Übergang vom Labor zu klinischen Studien gewährleisten kann, die in zwei Jahren oder weniger beginnen sollen, sagt Dr. Peer.

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