Gen, das Seepocken dazu bringt, Schiffsrümpfen auszuweichen, identifiziert

Gen, das Seepocken dazu bringt, Schiffsrümpfen auszuweichen, identifiziert
Gen, das Seepocken dazu bringt, Schiffsrümpfen auszuweichen, identifiziert
Anonim

Der Wirkstoff Medetomidin hat sich als wirksam erwiesen, um den Bewuchs von Schiffsböden zu verhindern. Forscher der Universität Göteborg haben nun das Gen identifiziert, das die Seepocken dazu veranlasst, auf die Substanz zu reagieren, was die Möglichkeit einer sowohl für Seepocken als auch für die Umwelt sanften Antifouling-Farbe eröffnet.

Die Verschmutzung von Schiffsrümpfen ist ein großes Problem für die Weltschifffahrt, sowohl für private Freizeitboote als auch für große Frachtschiffe. Die Universität Göteborg hat in mehreren großen Forschungsprojekten versucht, neue, umweltfreundliche Methoden zu entwickeln, die Meeresverschmutzung begrenzen können.

Veterinärmedizin

Eines davon konzentriert sich auf die Substanz Medetomidin, ein Tierarzneimittel, das nachweislich verhindert, dass Seepockenlarven sich an den Rumpf anheften. Jetzt können Forscher der Universität Göteborg erklären, warum.

Reagierendes Gen identifiziert

Professor Anders Blomberg vom Institut für Zell- und Molekularbiologie ist es in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitäten Turku und Helsinki gelungen, das Gen zu identifizieren und zu beschreiben, das steuert, wie Seepocken Medetomidin wahrnehmen und darauf reagieren.

Niedrig genug

"Wir haben herausgefunden, dass Medetomidin spezielle Rezeptoren in Seepockenlarven aktiviert. Die Rezeptoren geben ein Signal ab, das die Larve veranlasst, von der Bootsoberfläche wegzuschwimmen, anstatt sich daran festzusetzen.Da die Rezeptoren bereits bei sehr geringen Konzentrationen der Substanz aktiviert werden, sind also auch sehr geringe Konzentrationen erforderlich, um wirksam zu sein", sagt Professor Blomberg.

Umweltfreundlich

Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Molecular Pharmacology veröffentlicht wurden, erklären, wie es möglich ist, eine umweltfreundliche und wirksame Antifouling-Farbe zu entwickeln, die Seepocken nicht tötet, sondern als "Abschreckungsmittel" wirkt.

"Das Verständnis, wie die Substanz wirkt, wenn sie an den Rezeptor bindet, ermöglicht es auch, selektive Wirkstoffe zu entwickeln, die nur Seepocken und keine anderen Meeresorganismen angreifen", sagt Professor Blomberg.

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