Das Krebs-Biomarker-Rätsel: Zu viele falsche Entdeckungen

Das Krebs-Biomarker-Rätsel: Zu viele falsche Entdeckungen
Das Krebs-Biomarker-Rätsel: Zu viele falsche Entdeckungen
Anonim

Der Boom der Investitionen in Krebsbiomarker in den letzten 25 Jahren hat sich nicht in großen klinischen Erfolgen niedergeschlagen. Zu den Gründen für das Versagen von Biomarkern zählen Probleme mit dem Studiendesign und der Interpretation sowie statistische Mängel, wie aus einem Artikel hervorgeht, der am 12. August online im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde.

Die National Institutes of He alth definieren einen Biomarker als „ein Merkmal, das objektiv gemessen und als Indikator für normale biologische Prozesse, pathogene Prozesse oder pharmakologische Reaktionen auf eine therapeutische Intervention bewertet wird.„In den letzten zehn Jahren wurden zahlreiche Biomarker entdeckt, aber die meisten ursprünglich vielversprechenden Biomarker wurden nicht für den klinischen Einsatz validiert.

Um zu verstehen, warum sogenannte Biomarker-"Durchbrüche" es nicht bis in die Klinik geschafft haben, Eleftherios P. Diamandis, M.D., Ph.D., Professor für Pathologie und Labormedizin am Mount Sinai Hospital in Toronto und assoziierter Wissenschaftler am Samuel Lunenfeld Research Institute des Mount Sinai Hospital untersuchten einige Biomarker, die ursprünglich als Durchbrüche gefeiert wurden, und ihre späteren Mängel.

Diamandis beschreibt zunächst die Anforderungen an Biomarker, die für die klinische Anwendung zugelassen werden sollen: Ein Biomarker muss in leicht nachweisbaren Mengen von einem kleinen asymptomatischen Tumor oder seiner Mikroumgebung in den Kreislauf freigesetzt werden; und es sollte vorzugsweise spezifisch für das Ursprungsgewebe sein. Auch wenn der Biomarker von einer Nicht-Krebserkrankung betroffen ist, kann sein Nutzen für die Krebserkennung beeinträchtigt sein. Beispielsweise ist der Biomarker Prostataspezifisches Antigen (PSA), der zur Erkennung von Prostatakrebs verwendet wird, auch bei gutartiger Prostatahyperplasie erhöht.

Diamandis untersucht sieben Biomarker, die in den letzten 25 Jahren aufgetaucht sind und die alle als vielversprechend g alten, als sie erstmals beschrieben wurden. Dazu gehören Kernspinresonanz von Serum zur Krebsdiagnose; Lysophosphatidsäure für Eierstockkrebs; diagnostische Panels mit vier und sechs Parametern für Eierstockkrebs; Osteopontin für Eierstockkrebs; frühes Prostatakrebs-Antigen-2 (EPCA-2) zum Nachweis von Prostatakrebs; proteomische Profilerstellung von Serum durch Massenspektrometrie zur Diagnose von Eierstockkrebs; und peptidomische Muster für die Krebsdiagnose. Die Probleme reichten von unangemessener statistischer Analyse bis hin zu Verzerrungen bei der Auswahl von Patienten und Kontrollpersonen. Zu den Problemen mit EPCA-2 gehörten beispielsweise das Melden von Werten, die über der Nachweisgrenze des Assays lagen, und die Verwendung ungeeigneter Reagenzien zum Testen von EPCA-2, z. B. mit unverdünntem Serum beschichtete feste Oberflächen.

Diamandis kommt zu dem Schluss, dass "Probleme mit dem präanalytischen, analytischen und postanalytischen Studiendesign zur Generierung von Daten führen könnten, die höchst irreführend sein könnten."

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