Spinale Muskelatrophie kann laut Studie auch das Herz betreffen

Spinale Muskelatrophie kann laut Studie auch das Herz betreffen
Spinale Muskelatrophie kann laut Studie auch das Herz betreffen
Anonim

Neben der Skelettmuskulatur kann es wichtig sein, die Herzfunktion bei Patienten mit spinaler Muskelatrophie (SMA) zu überwachen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die vom Nationwide Children's Hospital durchgeführt und vor Drucklegung online in Human Molecular Genetics veröffentlicht wurde. Dies ist die erste Studie, die über Herzfunktionsstörungen in Mausmodellen von SMA berichtet.

SMA ist eine schwächende neurologische Erkrankung, die zum Muskelschwund im ganzen Körper führt. In der Vergangenheit glaubten Wissenschaftler und Ärzte, dass SMA nur die Skelettmuskulatur betraf; neue Daten deuten jedoch darauf hin, dass diese genetische Erkrankung auch das Herz beeinträchtigen kann.

"Einige Studien zu SMA-Patienten haben die Beteiligung des kardiovaskulären und des autonomen Nervensystems impliziert", sagte der Co-Autor der Studie Brian Kaspar, PhD, Hauptforscher am Zentrum für Gentherapie des Forschungsinstituts at Bundesweites Kinderkrankenhaus. „Allerdings gab es wenige bis gar keine aussagekräftigen und kontrollierten Studien, um festzustellen, wie häufig diese kardiovaskulären Anomalien bei diesen Patienten auftreten.“

Die Berichte über einen veränderten Blutfluss und eine verlangsamte Herzfrequenz bei einigen SMA-Patienten veranlassten Kaspars Team zu untersuchen, ob in einem Mausmodell für schwere SMA, das von Arthur Burghes, PhD, Professor für Molekulare und Zellulare entwickelt wurde, ein Herzdefizit vorliegt Biochemie am Ohio State University College of Medicine, das routinemäßig für das Arzneimittel- und Therapie-basierte Screening verwendet wird.

Sie analysierten die Herzstruktur der SMA-Mäuse im Vergleich zu normalen Mäusen und stellten fest, dass im Herzen der SMA-Mäuse signifikante strukturelle Veränderungen auftraten, zusammen mit einer stark beeinträchtigten linksventrikulären Funktion.SMA-Mäuse hatten auch signifikant niedrigere Herzfrequenzen. Nach der Untersuchung der zugrunde liegenden Struktur der Maus-Herzzellen stellten sie fest, dass sie der Zellstruktur einer Herzbiopsie eines Patienten mit Typ-3-SMA ähnlich war.

Kaspars Team hat kürzlich einen gentherapeutischen Ansatz entwickelt, der nachweislich erfolgreich das fehlende SMN-Protein an SMA-Mäuse liefert und die neuromuskuläre Funktion verbessert. Als nächstes untersuchte das Team, ob die entdeckten Herzfehler durch diese Genabgabebehandlung korrigiert werden könnten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Wiederherstellung der SMN-Spiegel die Herzfrequenz vollständig wiederherstellte und die frühe Entwicklung einer dilatativen Kardiomyopathie verhinderte.

Pam Lucchesi, PhD, Direktorin des Zentrums für Herz-Kreislauf- und Lungenforschung am Forschungsinstitut des Nationwide Children's Hospital und Co-Autorin der Studie, sagt, es sei immer noch nicht klar, welche Mechanismen vollständig für die beobachteten Herzdefizite verantwortlich sind die SMA-Mäuse, aber die Daten deuten darauf hin, dass neuronale, autonome und entwicklungsbedingte Komponenten alle eine Rolle spielen könnten.

"Unsere Strategie zur Genabgabe hat einzigartige Vorteile, da sie auf Neuronen innerhalb des zentralen und peripheren Nervensystems sowie auf das Herzgewebe abzielt", sagte Lucchesi, ebenfalls Fakultätsmitglied am Ohio State University College of Medicine.

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, ob die Herzschwäche nur bei der Maus auftritt oder ob SMA-Patienten verschiedener Schweregrade ähnliche Probleme haben oder entwickeln werden. Dennoch sagt Kaspar, der ebenfalls an der Fakultät des Ohio State University College of Medicine tätig ist, dass Kliniker sich der potenziellen Herzfunktionsstörung bei einer Untergruppe von SMA-Patienten bewusst sein sollten.

"Zunehmende Berichte über autonome Dysfunktion zusammen mit unseren aktuellen Erkenntnissen rechtfertigen eine verstärkte Aufmerksamkeit für den Herzstatus von SMA-Patienten und unterstreichen möglicherweise die Notwendigkeit, kardiale Eingriffe neben neuromuskulären Behandlungen zu untersuchen", sagte Kaspar.

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