Hohe Eisenwerte im Zusammenhang mit mehr Schlaganfallschäden

Hohe Eisenwerte im Zusammenhang mit mehr Schlaganfallschäden
Hohe Eisenwerte im Zusammenhang mit mehr Schlaganfallschäden
Anonim

ST. PAUL, MN – Schlaganfallpatienten mit erhöhten Eisenwerten erleiden laut einer Studie, die am 25. April in Neurology, der wissenschaftlichen Zeitschrift der American Academy of Neurology, veröffentlicht wurde, mit viel größerer Wahrscheinlichkeit schwerere neurologische Symptome und möglicherweise erhöhte Hirnschäden.

Blut-Ferritin – ein Indikator für die Gesamtmenge an im Körper gespeichertem Eisen – soll in hohen Konzentrationen neurologische Probleme unmittelbar nach einem Schlaganfall verstärken und fortschreiten, einschließlich erhöhter Schwäche, Sprach- und Orientierungsschwierigkeiten und verminderter Bewusstseinsgrade.Bei Patienten mit fortschreitendem Schlaganfall und hohen Ferritinkonzentrationen können auch größere Bereiche des Gehirns aufgrund des Schlaganfalls geschädigt sein.

"Patienten mit einem Ferritinspiegel von mehr als 275 ng/ml erleiden mit 80 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einen fortschreitenden Schlaganfall", sagte der Neurologe und Hauptautor der Studie, Dr. Antoni Davalos, vom Hospital Universitari Doctor Josep Trueta in Girona, Spanien. „Das gespeicherte Eisen nimmt bei normalen Menschen mit dem Alter zu, aber die Eisenakkumulation wird bei einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung beschleunigt. Für diese Menschen sollte eine eisenarme Ernährung empfohlen werden. Der Ferritinspiegel im Blut sollte getestet werden, während wir den Cholesterin- oder Glukosespiegel bei Patienten testen mit kardiovaskulären Erkrankungen oder kardiovaskulären Risikofaktoren."

Forscher bestimmten die Ferritinkonzentrationen in Plasma- und Liquorproben, die 100 Schlaganfallpatienten innerhalb von 24 Stunden nach Beginn des Schlaganfalls entnommen wurden. Bei den 45 Patienten mit fortschreitender neurologischer Verschlechterung aufgrund eines Schlaganfalls betrug die mittlere Plasma-Ferritin-Konzentration 391 ng/ml im Vergleich zu 148 ng/ml bei Patienten, die stabil blieben oder sich verbesserten.Die mediane Ferritinkonzentration im Liquor cerebrospinalis betrug 17,4 ng/ml bei den Patienten mit fortschreitendem Schlaganfall im Vergleich zu 4,8 ng/ml bei den weniger Betroffenen.

"Hohe Eisenvorräte im Körper könnten zum Fortschreiten des Schlaganfalls beitragen, indem sie die Produktion freier Radikale in den Gehirnzellen und in den Wänden der Mikrogefäße des Gehirns erhöhen", sagte Davalos. "Freie Radikale zerstören die Zellbestandteile und fördern andere Verletzungsmechanismen, die den geschädigten Bereich des Gehirns, das als Hirninfarktvolumen bezeichnet wird, vergrößern könnten."

Erhöhte Eisenspeicher im Körper können auch einen fortschreitenden Schlaganfall verursachen, indem sie die Freisetzung von Glutamat, einem Neurotransmitter im Gehirn, erhöhen. Gehirnzellen setzen Glutamat als Folge eines Schlaganfalls frei und Glutamat löst biochemische Reaktionen aus, die zum Tod von Gehirnzellen führen, einschließlich der Produktion von freien Radikalen im Gehirngewebe. Die Messung der Glutamatkonzentration im Blut ist ein starker Indikator für eine neurologische Verschlechterung oder Schädigung nach einem Schlaganfall.Etwa 60 Prozent der Patienten mit hohen Ferritinwerten hatten auch hohe Glutamatkonzentrationen.

Frühere Studien haben gezeigt, dass sich die Ferritinkonzentrationen im Blut während der ersten 48 Stunden eines Schlaganfalls nicht verändern. Daher gehen die Forscher davon aus, dass hohe Ferritinwerte in dieser Studie nicht das Ergebnis der Reaktion des Körpers auf einen Schlaganfall waren.

Die 45 Patienten mit fortschreitendem Schlaganfall zeigten auch höhere Körpertemperaturen und Blutzuckerwerte. Diese Faktoren wurden in anderen Studien mit einer Verschlechterung des Schlaganfalls in Verbindung gebracht und stehen laut Davalos im Mittelpunkt einiger aktueller Schlaganfalltherapien.

"Unsere Ergebnisse unterstützen zukünftige therapeutische Studien von Mitteln, die die toxischen Wirkungen von Eisen auf Gehirnzellen unmittelbar nach einem Schlaganfall hemmen", sagte Davalos. „Die Wirkung der Senkung des Eisenspiegels bei Schlaganfallrisikopatienten mit Ferritinspiegeln über 275 ng/ml sollte ebenfalls untersucht werden.“

Ein Schlaganfall tritt auf, wenn der Blutfluss zum Gehirngewebe gestört ist, oft aufgrund der Blockade einer Arterie im Nacken oder Kopf. Schlaganfallpatienten können körperliche Beeinträchtigungen wie Lähmungen, Sprech-, Sprach- und Sehstörungen sowie veränderte geistige Fähigkeiten erleiden.

Die American Academy of Neurology, eine Vereinigung von mehr als 16.500 Neurologen und Neurowissenschaftlern, widmet sich der Verbesserung der Patientenversorgung durch Bildung und Forschung.

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