Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen kann die Gehirnfunktion schädigen

Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen kann die Gehirnfunktion schädigen
Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen kann die Gehirnfunktion schädigen
Anonim

Forscher der University of California in San Diego und Virginia melden erste Ergebnisse

Eine Studie im Februar 2000 Alcoholism: Clinical and Experimental Research (Band 24, Nummer 2) präsentiert den ersten konkreten Beweis dafür, dass anh altender, starker Alkoholkonsum die Gehirnfunktion bei Jugendlichen beeinträchtigen kann. Ob der Schaden reversibel ist, ist derzeit unklar.

Unterstützt vom National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism, einem Forschungsteam unter der Leitung von Sandra A. Brown, Ph.D., Leiterin der Psychologie am VA San Diego He althcare System und Professorin für Psychologie und Psychiatrie an der Universität aus Kalifornien, San Diego, bewertete die neuropsychologische Funktion bei 33 15- und 16-jährigen Jugendlichen mit mehr als 100 lebenslangen Alkoholkonsum-Episoden und ohne Abhängigkeit von anderen Drogen.Die alkoholabhängigen Teenager wurden aus stationären Behandlungsprogrammen rekrutiert und nach mindestens 3 Wochen Abstinenz mit 24-Jährigen in Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status und Bildung verglichen, die ohne Alkohol- oder andere Drogenprobleme in der Vorgeschichte waren. Durch strukturierte klinische Interviews, die durch Berichte der Eltern bestätigt wurden, bewerteten die Forscher beide Gruppen auf kürzliche und lebenslange Beteiligung an Alkohol und anderen Drogen, Alkohol- oder anderen Drogenstörungen und Alkohol- oder anderen Drogenentzugssymptomen. Beide Gruppen nahmen dann an psychologischen Tests zu Lernen, Gedächtnis, visuell-räumlichen Funktionen, Sprachkenntnissen, Problemlösung und Aufmerksamkeit teil.

"Bedeutende Entwicklung des Gehirns setzt sich bis ins Jugend alter fort", sagte Dr. Brown. „Zum Beispiel verschwinden bestimmte Hirnnervenzellverbindungen bis etwa zum Alter von 16 Jahren als Funktion von Umweltstimulation und Redundanz, und die zerebralen Stoffwechselraten steigen in der Kindheit an und verjüngen sich dann bis etwa zum Alter von 20 Jahren auf das Niveau von Erwachsenen.Daher kann Alkohol ganz andere toxische Wirkungen auf das Gehirn von Jugendlichen haben als auf das von Erwachsenen."

Aber während die neurologische und kognitive Entwicklung von Jugendlichen durch Alkoholeinfluss gestört, verändert oder behindert werden kann, sind junge Gehirne widerstandsfähiger und haben mehr Möglichkeiten für eine kompensatorische Entwicklung, fügte Dr. Brown hinzu.

Dr. Brown und ihre Kollegen fanden mehrere Unterschiede in der Gedächtnisfunktion zwischen alkoholabhängigen und Kontroll-Jugendlichen. Jugendliche, die im Laufe der Zeit stark getrunken hatten, schnitten bei der verbalen und nonverbalen Merkfähigkeit im Zusammenhang mit intaktem Lernen und Erkennungsunterscheidbarkeit schlechter ab. Der kürzliche Alkoholentzug war mit einer schlechten visuell-räumlichen Funktion verbunden, während der lebenslange Alkoholentzug mit einem schlechteren Abruf verbaler und nonverbaler Informationen verbunden war.

Die Studie weist mehrere Einschränkungen auf, betonen die Autoren: Ein Beispiel ist, dass Längsschnittstudien erforderlich sein werden, um die Richtung der Beziehung zwischen Alkohol und neurokognitiven Faktoren zu bestimmen.„Während eine anh altende Alkoholbeteiligung zu neuropsychologischen Beeinträchtigungen führen kann, ist es auch wahrscheinlich, dass kognitive Defizite ein Risikofaktor für Alkoholstörungen sind“, sagte Dr. Brown. Darüber hinaus kann die Einnahme anderer Medikamente die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt haben. „Keiner unserer stark trinkenden Jugendlichen war von anderen Drogen abhängig, obwohl alle von einer gewissen Exposition berichteten, insbesondere von Marihuana und Stimulanzien. Auf der Grundlage von Tierversuchen anderer würden wir erwarten, dass starker Alkoholkonsum allein Verh altensauffälligkeiten bei Menschen hervorrufen kann.“

"Diese Arbeit ist ein wichtiger Schritt zur Bestätigung dessen, was viele Wissenschaftler schon seit einiger Zeit vermuten", sagte NIAAA-Direktor Enoch Gordis, M.D Jugendliche, Eltern, Pädagogen und politische Entscheidungsträger."

"Natürlich sind andere Folgen, die mit dem Alkoholkonsum von Minderjährigen verbunden sind – Beeinträchtigung des Lernens, sozialer und anderer Kompetenzen, tödliche Verkehrsunfälle, unbeabsichtigte Verletzungen, Mord, Selbstmord und frühe, häufigere und weniger sichere sexuelle Aktivitäten – bereits vorhanden sehr bekannt.Initiativen, um Jugendliche alkoholfrei zu h alten und forschungsbasierte Interventionen für den Alkoholkonsum an Hochschulen zu definieren, sind aktuelle NIAAA-Prioritäten."

"Unsere Jugend ist ein besonders gefährdeter Teil des Alkoholproblems Amerikas", sagte Dr. Gordis. "Es ist an der Zeit, dass wir Minderjährigen gegenüberstehen, die Alkohol trinken."

Koautoren der Studie sind Susan F. Tapert, Ph.D., Eric Granholm, Ph.D., und Dean C. Delis, Ph.D., Psychology Service, VA San Diego He althcare System and Department of Psychiatrie, University of California, San Diego. Der Veterans Medical Research Service und das National Institute of Mental He alth leisteten zusätzliche Unterstützung für die Studie.

Für ein Interview mit Dr. Brown kontaktieren Sie (Telefon) 858/822-1887. Wenden Sie sich für ein Interview mit Dr. Gordis an NIAAA Press (Telefon) 301/443-3860. Weitere Informationen und Veröffentlichungen zur Alkoholforschung finden Sie unter

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