Strahlende Erleichterung: Forscher bekämpft hartnäckige Arthritis mit Neutronen

Strahlende Erleichterung: Forscher bekämpft hartnäckige Arthritis mit Neutronen
Strahlende Erleichterung: Forscher bekämpft hartnäckige Arthritis mit Neutronen
Anonim

IDAHO FALLS, Idaho - Eine Injektion und ein paar Minuten in einem sanften Neutronenstrahl können eines Tages die Schmerzen schwerer rheumatoider Arthritis für Tausende von Amerikanern lindern.

In Zusammenarbeit mit dem Idaho National Engineering and Environmental Laboratory des US-Energieministeriums hat die Physikerin Jacquelyn Yanch vom Massachusetts Institute of Technology eine neue Methode entwickelt, um die Synovialis abzutöten, die Auskleidung, die ein von rheumatoider Arthritis befallenes Gelenk überwuchert und ruiniert. Sie testet die Technik an Kaninchen und hofft, sie in ein paar Jahren an Menschen testen zu können.

Yanch injiziert eine Borverbindung in ein arthritisches Gelenk und setzt das Gelenk einem Strahl subatomarer Teilchen namens Neutronen aus. Das Bor absorbiert einen Teil der Neutronen und bildet eine radioaktive Substanz, die schnell zerfällt. Die Zerfallsstrahlung tötet die Synovialis ab und verschwindet, sobald der Neutronenstrahl abgesch altet wird, da Bor selbst nicht radioaktiv ist.

Bei der Unterstützung bei der Entwicklung der neuen Arthritisbehandlung wendet INEEL, das führende Nukleartechnologielabor des DOE, seine nukleare Fachkompetenz an und erweitert sie. Die Weiterentwicklung der Nukleartechnologien ist eine der Aufgaben von INEEL. Seit mehr als 10 Jahren forscht INEEL an der Bor-Neutroneneinfangtherapie, einer Behandlung von Hirntumoren, die sich die gleiche Wechselwirkung zwischen Bor und Neutronen zunutze macht.

"Dies ist eine Anwendung für bestimmte Schlüsseltechnologien, die wir aus dem Krebsprogramm entwickelt haben", sagte INEEL-Physiker David Nigg, der mit Yanch zusammenarbeitet. "Wir freuen uns sehr darüber."

INEEL untersucht die Geschwindigkeiten und Flugbahnen der Neutronen im Strahl, damit Yanch und ihre Mitarbeiter besser abschätzen können, wie viel Strahlung sie verabreichen.

Die neue Technik sollte effektiver sein als eine Operation, die oft nicht das gesamte erkrankte Gewebe entfernt. Es sollte sicherer sein als eine Injektion eines radioaktiven Materials, das die Synovium abtötet, aber Radioaktivität im Körper hinterlässt.

Niemand weiß, was rheumatoide Arthritis auslöst oder wie man sie heilt, eine potenziell lähmende Krankheit, von der mehr als zwei Millionen Amerikaner betroffen sind. Die Krankheit entsteht, wenn das Immunsystem fälschlicherweise auf die Synovialis abzielt, die Membran, die ein Gelenk umgibt und die schmierende Synovialflüssigkeit hält. Die Synovialis wächst abnormal und dringt in Knorpel und Knochen ein, wodurch sie weich werden und bröckeln.

Medikamente können das Immunsystem oft in Schach h alten. Aber auch nach einer medikamentösen Therapie leiden zwischen 10 und 20 Prozent der Patienten weiterhin an mindestens einem Gelenk. Dann ist die einzige Möglichkeit, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, die Synovialis loszuwerden.

Yanch und ihre Mitarbeiter vom MIT, Brigham and Women's Hospital und Newton Scientific, Inc., versuchen ihre Technik an den Knien von Kaninchen mit induzierter rheumatoider Arthritis. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. „Wir haben eindeutige Beweise dafür, dass wir die Synovialis abgetötet haben“, sagte Yanch, „und genau das wollen Sie tun.“

Aber es muss noch mehr Arbeit geleistet werden, bevor Yanch die Technik an Menschen testen kann. Für die Behandlung von nicht tödlichen Krankheiten verlangt die FDA Experimente an zwei verschiedenen Tierarten, bevor sie Experimente mit Menschen genehmigt, sagte Yanch.

Yanch dachte 1992 an die Technik, aber die Technologie begann erst zu wachsen, nachdem sie 1995 Unterstützung von INEEL erh alten hatte sagt. "Es war eine große Hilfe."

INEELs University Research Consortium fördert die Zusammenarbeit zwischen Labor- und Universitätsforschern, um wertvolle neue Technologien zu entwickeln und nationale Energie- oder Umweltbedürfnisse zu erfüllen. Das Konsortium finanziert mehrere Projekte im Zusammenhang mit Kernenergie und -technologie.

Das INEEL wird von Bechtel BWXT, Idaho, LLC (BBWI) für das US-Energieministerium verw altet und betrieben.

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