Universität von Illinois in Chicago Forscher und <i>Science</i> nehmen an der Organdebatte teil

Universität von Illinois in Chicago Forscher und <i>Science</i> nehmen an der Organdebatte teil
Universität von Illinois in Chicago Forscher und <i>Science</i> nehmen an der Organdebatte teil
Anonim

Kontakt: Jody Oesterreicher (312) 996-8277; [email protected]

ZUR VERÖFFENTLICHUNG VERÖFFENTLICHT 14:00 U.S. EST, Donnerstag, 13. Januar 2000

Die Ausgabe der Zeitschrift Science vom 14. Januar enthält eine Zusammenfassung einer statistischen Analyse von Patienten, die auf eine Lebertransplantation warten, die dazu beiträgt, einen zweijährigen Streit über die öffentliche Gesundheitspolitik zu lösen. Laut Robert Gibbons, Hauptautor des Science-Artikels, erfüllt das derzeitige Organzuteilungssystem der Nation nicht die Bedürfnisse der schwerstkranken Patienten, da es routinemäßig Transplantationsorgane für Patienten mit geringerem Risiko bereitstellt.

Gibbons, Professor für Biostatistik an der Abteilung für Psychiatrie und der School of Public He alth der UIC, führte als Mitglied eines Ausschusses des Instituts für Medizin die statistische Analyse von etwa 68.000 Leberpatientenakten durch. Die Ergebnisse halfen es Donna Shalala, Sekretärin des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, im November eine Einigung mit Mitgliedern des Repräsentantenhauses und des Senats zu erzielen, um das nationale System zur Verteilung von Organen zu überarbeiten. Diese Vereinbarung, sagte Gibbons, wird dazu beitragen, dass die Nation die Patienten mit Organen versorgt, die sie am dringendsten benötigen.

Der Streit zwischen der Clinton-Administration, dem US-Kongress und dem United Network for Organ Sharing darüber, wie die Nation menschliche Organe zuweist, wurde durch finanzielle und politische Erwägungen überschattet, sagte Gibbons. „Es kommt nicht oft genug vor, aber eine rigorose wissenschaftliche Analyse von Daten kann die öffentliche Politik verändern, selbst wenn die Debatte sehr umstritten ist“, fügte er hinzu.

Basierend auf der Analyse von Gibbons und seinen Kollegen empfahl das Komitee des Instituts für Medizin, dass Organe in Verteilungsgebieten von mindestens 9 Millionen Menschen geteilt werden sollten. Es empfahl auch, das Transplantationssystem des Landes einer stärkeren Aufsicht durch die Bundesregierung zu unterziehen und von einem unabhängigen wissenschaftlichen Prüfgremium unterstützt zu werden.

Der Organzuteilungsstreit begann im April 1998 mit der Veröffentlichung einer neuen Verordnung durch das Bundesgesundheitsamt, der so genannten "Final Rule". Es forderte umfassende Änderungen am United Network for Organ Sharing, um das Problem zu lindern, dass relativ gesunde Patienten Organe erh alten, während kränkere Patienten wartend sterben.

Das Netzwerk protestierte energisch gegen die Verordnung, und der Kongress forderte das Institute of Medicine auf, eine Studie durchzuführen, um die nationalen Richtlinien zur Organzuweisung und die möglichen Auswirkungen von Shalalas Vorschlag zu überprüfen. Im Auftrag des Institute of Medicine analysierten Gibbons und seine Kollegen im Komitee etwa 68.000 Leberpatientenakten.

Die Nation ist derzeit in 63 lokale Gebiete unterteilt, die als Organbeschaffungsorganisationen bekannt sind und Bevölkerungsgruppen von 1 Million bis 12 Millionen versorgen. Diese Gebiete sind wiederum in 11 ausgewiesene Regionen gruppiert. OPOs im ganzen Land sind für die Verteilung menschlicher Organe in ihrem Gebiet verantwortlich. Wenn ein Organ in einem Gebiet verfügbar wird, sucht die Organisation nach einem lokalen Match. Findet sich kein passender Patient, bietet die Organisation das Organ regional an – und dann in seltenen Fällen bundesweit.

Patienten auf der Warteliste für Organe werden nach Schweregrad ihrer Erkrankung eingeteilt. Patienten mit Status 1 sind mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von einer Woche am schwersten erkrankt. Patienten mit Status 2 haben noch Monate zu leben und werden je nach Schweregrad ihrer Erkrankung in zwei Untergruppen „A“und „B“eingeteilt. Patienten mit Status 3 benötigen Transplantate, haben aber in diesem Stadium ihrer Erkrankung kein hohes Sterberisiko.

Gibbons und seine Kollegen zeigten, dass, obwohl Patienten mit Status 1 in allen geografischen Regionen mit einer ähnlichen Rate transplantiert werden, kleinere OPOs mit größerer Wahrscheinlichkeit Patienten mit Status 2B und 3 transplantieren als größere.Dieser Befund, so Gibbons, zeige, dass das derzeitige System die Bedürfnisse der schwerstkranken Patienten nicht erfülle, da es routinemäßig Organe zur Transplantation weniger schwerkranker Patienten in kleineren Organbeschaffungsorganisationen verwende.

Die Studie zeigte auch, dass, wenn Organbeschaffungsorganisationen damit experimentierten, gespendete Lebern über größere geografische Regionen hinweg zu teilen, die Transplantationsrate von Status 1 von 42 Prozent auf 52 Prozent stieg und die durchschnittliche Wartezeit für Patienten mit Status 1 von vier Tagen auf 1 sank 3 Tage. Darüber hinaus sank die Sterblichkeitsrate vor der Transplantation von 9 Prozent auf 7 Prozent. Diese Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung verringerte die Transplantationsrate für weniger schwer kranke Patienten.

Transplantationsfakten aus dem IOM-Bericht

·Im Jahr 1998 erhielten mehr als 21.000 Amerikaner Nieren-, Leber-, Herz-, Lungen- oder andere Organtransplantationen

·Etwa 62.000 Menschen warten auf ein Organ

·Alle 16 Minuten wird ein neuer Name auf die nationale Warteliste für Organe gesetzt

·Die Zahl der Organspender ist seit 1988 stetig gestiegen, aber die Nachfrage wächst schneller als die Spenderzahlen

·Ungefähr 4.000 Amerikaner sterben jedes Jahr beim Warten auf eine solide Organtransplantation

Mit 25.000 Studenten ist die University of Illinois at Chicago die größte und vielseitigste Universität im Großraum Chicago. Die UIC beherbergt die größte medizinische Fakultät der Vereinigten Staaten und ist eine von nur 88 nationalen Research I-Universitäten. Die UIC liegt direkt westlich von Chicagos Loop und ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungs-, Technologie- und Kulturgefüges der Region.

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