Forscher der University of Maryland entdecken "Schlüssel" zur Blut-Hirn-Schranke

Inhaltsverzeichnis:

Forscher der University of Maryland entdecken "Schlüssel" zur Blut-Hirn-Schranke
Forscher der University of Maryland entdecken "Schlüssel" zur Blut-Hirn-Schranke
Anonim

Ergebnisse könnten zu neuen Behandlungsmethoden für Gehirnerkrankungen führen

Forscher der University of Maryland School of Medicine in B altimore haben einen Rezeptor im menschlichen Gehirn identifiziert, der die Schnittstelle zwischen dem Blutkreislauf und dem Gehirn reguliert, die als Blut-Hirn-Schranke bekannt ist. Dieser Durchbruch könnte zu einem besseren Verständnis dieser nahezu undurchdringlichen Barriere und zur Behandlung von Krankheiten führen, die das Gehirn betreffen, wie Multiple Sklerose, Gehirntumore, Meningitis, Alzheimer und HIV-Infektion.Die Ergebnisse werden in der Januarausgabe des Journal of Neurochemistry veröffentlicht.

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Ansammlung von Zellen, die zusammenpressen, um viele Substanzen daran zu hindern, in das Gehirn einzudringen, während sie andere passieren lassen. Wissenschaftler wussten jahrelang wenig darüber, wie diese Barriere reguliert wird oder warum bestimmte Krankheiten die Barriere manipulieren und das Gehirn infizieren können. Frühere Forschungen an der University of Maryland School of Medicine ergaben, dass zwei Proteine, bekannt als Zonulin und Zot, die Zellbarriere im Darm aufschließen. Die Proteine ​​heften sich an Rezeptoren im Darm, um die Verbindungen zwischen den Zellen zu öffnen und die Aufnahme von Stoffen zu ermöglichen. Die neue Forschung zeigt, dass Zonulin und Zot auch mit ähnlichen Rezeptoren im Gehirn reagieren.

"Die Blut-Hirn-Schranke ist wie ein Tor zum Gehirn. Sie ist fast immer verschlossen und hält viele Krankheiten fern. Leider hält sie auch Medikamente fern.Fast nichts kann passieren“, erklärt Hauptautor Alessio Fasano, M.D., Professor für Pädiatrie und Physiologie an der University of Maryland School of Medicine und Direktor für pädiatrische Gastroenterologie am University of Maryland Hospital for Children. „Zuerst entdeckten wir den Schlüssel und Jetzt haben wir das Schloss gefunden, das zu diesem Schlüssel passt, um das Tor zum Gehirn zu öffnen. Diese Entdeckung könnte uns dabei helfen, dieses Tor zu öffnen", erklärt Dr. Fasano.

Dr. Fasano und sein Team untersuchten Gehirngewebeproben, die von einer Gehirn- und Gewebebank an der University of Maryland stammen. Das Gehirngewebe wurde mit gereinigtem Zonulin und Zot-Proteinen behandelt und dann unter einem Mikroskop untersucht. Die Forscher beobachteten die Bindung der Zonulin- und Zot-Proteine ​​an das Gehirngewebe. Als nächstes verglichen sie die Ergebnisse mit Tests an Gewebeproben aus dem Darm.

"Wir kennen die Blut-Hirn-Schranke seit mehr als 100 Jahren, aber wir konnten nie herausfinden, wie sie funktioniert. Jetzt haben wir ein neues Puzzleteil", sagt Dr. Fasano.

"Die Identifizierung dieser Proteine ​​im menschlichen Gehirn verspricht uns, neue Arten von Medikamenten über die Blut-Hirn-Schranke zu transportieren. Es wäre ein Segen für die Menschheit, wenn die Blut-Hirn-Schranke geöffnet werden könnte kurz und sicher, um einer neuen Generation von Medikamenten den Weg ins Gehirn zu ermöglichen", sagt Ronald Zielke, Ph.D. Co-Autor, Professor für Pädiatrie und Direktor der Gehirn- und Gewebebank an der Medizinischen Fakultät der Universität von Maryland.

Dr. Fasano fügt hinzu, dass mehr Forschung erforderlich ist, um zu verstehen, wie Zonulin und Zot während der Bildung und Entwicklung des Gehirns funktionieren. Die aktuelle Studie wurde durch ein Stipendium der National Institutes of He alth finanziert.

Beliebtes Thema